Das 90#-Gerücht


Früher per SMS, heute per WhatsApp, Facebook & Co kursieren falsche Betrugswarnungen

„Kleiner Tipp …“, twittert die Policía Nacional, „wenn Du einen Teil dieser Nachricht in Google eingibst, wirst Du entdecken, dass es doch ein Gerücht ist. Nicht beachten, nicht teilen und löschen.“ Foto: policia Nacional

Madrid – Das Textnachrichtenprogramm WhatsApp ist aus dem modernen Leben für die meisten Smartphone-Nutzer nicht mehr wegzudenken. Über das unkomplizierte Kontakthalten mit Familie und Freunden hinaus hat es sich für viele sogar zu einem wichtigen Instrument im Arbeitsleben entwickelt. Doch was schnelle Kommunikation ermöglicht, bietet auch Gerüchten ein Vehikel, sich, sofern sie überzeugend gemacht sind, nahezu ungebremst zu verbreiten. Ein besonders langlebiges Gerücht ist die falsche Warnung vor angeblichen 90#-Betrügern.

Seit nunmehr zwanzig Jahren geistert diese falsche Betrugswarnung immer wieder aufs Neue durch die Kommunikationsmedien, vor Zeiten zuerst per E-Mail dann via SMS, heute über WhatsApp und auch im Internet auf Facebook & Co. Unter der Überschrift „No marcar 90#“ (Nicht 90# wählen) warnt die Falschmeldung vor Anrufern, die sich als technischer Dienst der Telefónica ausgeben und unter dem Vorwand, das korrekte Funktionieren der Leitung überprüfen zu müssen, verlangen, man solle die Tastenfolge 90# in sein Telefon eingeben. Ab diesem Moment würden alle Anrufe der Betrüger auf der eigenen Telefonrechnung abgerechnet. Die Meldung wird als Foto eines offiziell aussehenden Schreibens mit dem Briefkopf „Generaldirektion der Polizei“ verschickt.

Regelmäßig dementieren die Polizei, die Verbraucherorganisation OCU und die Telefónica selbst dieses Narrativ. Dennoch flackert es immer wieder auf und wird, vor allem in Whats­App-Gruppen tausendfach geteilt. Die Polizei ruft dazu auf, diese Nachricht nicht zu teilen, da sie zwar keinen materiellen Schaden anrichtet, jedoch zu Verwirrung und Verunsicherung führt.

Die Telefónica stellt klar, dass es weder möglich sei, die Telefonrechnung zu manipulieren und Anrufe Dritter dort abzurechnen, indem man 90# wählt, noch seien jemals Reklamationen dieser Art bei dem Telekommunikationsunternehmen eingegangen.

Die Policía Nacional hat am 1. März auf ihrem Twitter-Account zum wiederholten Mal diese Falschnachricht dementiert.




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