„Chinesische Spritze“ für Atlético Madrid


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Der Multimillionär Wang Jianlin kauft für 45 Mio. Euro 20% des Clubs

Der chinesische Geschäftsmann Wang Jianlin wurde vor einigen Tagen der dritte mehrheitliche Sozius des Fußballclubs Atlético Madrid. Miguel Ángel Gil Martín, der Hauptaktionär des Clubs und Präsident Enrique Cerezo haben die Delegation angeführt, die nach Peking gereist ist, um das Abkommen über die Kapitalerhöhung zu unterzeichnen.

Madrid – Die Wanda-Gruppe, eine Holding, deren Präsident der chinesische Multi-Millionär ist, hat vor einigen Tagen mitgeteilt, dass 45 Millionen Euro in Spanien investiert werden und zwar in Form einer Kapitalerhöhung des Atlético de Madrid. Diese Kapitalspritze erlaubt Wang, 20% des Clubs zu erwerben bei dem Gil Martín weiterhin 52% der Aktien kontrolliert. Cerezo hält weiterhin 20%, und 8% sind beim Rest der Familie Gil sowie bei zahlreichen Kleinaktionären. Ein Vertrauensmann von Wang wird in den Verwaltungsrat eintreten, um die Investition zu kontrollieren.

Mit Schulden in Höhe von 540 Millionen Euro zum Ende der vergangenen Saison – der Wert des Clubs wird mit 225 Millionen Euro angegeben – wird diese Investition vom Club als positiv betrachtet und als einzige Möglichkeit, um in den kommenden Jahren konkurrenzfähig zu bleiben. Der Vorstand rechnet damit, dass er mit der neuen Verteilung der Fernsehrechte doppelt soviel einnehmen wird, nämlich anstatt 40 vielleicht 80 Millionen Euro, doch das würde nicht genügen. Auch der europäische Markt sei gesättigt und biete wenige Möglichkeiten zur Expansion, und es sei schwierig, neue Investoren zu finden. Aus diesen Gründen habe man sich für den chinesischen Kapitalgeber entschieden.

Eine vereinsinterne Mitteilung besagt, dank der besseren Liquidität könnten neue Einnahmen durch diverse Sponsoring-Verträge mit chinesischen Unternehmen erzielt werden. In den letzten Jahren seien Kredite von den Banken abgelehnt worden, daher musste der Club auf Investment-Fonds zurückgreifen, um neue Spieler zu verpflichten und sonstige Zahlungen zu leisten.

Mit diesen neuen Einnahmequellen und besserer Liquidität kann der Club für die nächsten Spielperioden seinen Etat erhöhen. Derzeit liegt die Höhe bei 120 Millionen Euro. Zurzeit kann er bereits mit dem Sponsoring von Huawei, dem multinationalen chinesischen Telekommunikationsunternehmen, rechnen. Der entsprechende Vertrag wurde kürzlich bis 2016 verlängert. Für den kommenden Sommer ist eine Rundreise des spanischen Meisters durch China geplant. Gleichzeitig sollen ein halbes Dutzend Fußballschulen des Atlético in dem asiatischen Land eröffnet werden. Tatsächlich war die Unterstützung des Clubs für das sogenannte „Projekt Wanda“ der Beginn der Relationen zwischen Atlético de Madrid und Wang. Seit 2011 sind rund zwanzig junge chinesische Spieler nach Madrid gereist, um in den Mannschaften der unteren Kategorien ausgebildet zu werden. Valencia und Villareal sind ebenfalls an diesem Projekt beteiligt.

Bei Atlético de Madrid wird Wang als Person bezeichnet, die leidenschaftlich fußballbegeistert ist und alles dafür tun wird, dass dieser Sport in China wächst und endgültig Fuß fasst.




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