China: Zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt


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Marktfokus von Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer der SJB FondsSkyline OHG 1989

2012 ist das „Jahr des Drachen“. BedeutendeVeränderungen stehen an. Staats- und Parteichef Hu Jintao und Ministerpräsident Wen Jiabao werden im Herbst ihre Ämter an Xi Jinping und Li Keqiang abgeben.

Mit einem BIP von rund 7,0 Billionen US-Dollar ist China hinter den USA Ende 2011 die zweitgrößteVolkswirtschaft der Welt, nachdem die Wirtschaft um 1,0 Billionen US-Dollar gewachsen ist. Für 2012 kalkuliert Beijing gewohnt konservativ mit einem Wachstum von +7,5 Prozent. Analysten rechnen mit bis zu +8,5 Prozent, weil es Spielraum für konjunkturfördernde Maßnahmen gibt. Im Januar 2012 sanken die Interbankensätze um 0,5 Prozentpunkte. Das zeigt, dass die chinesische Notenbank Konjunktursorgen und Befürchtungen von Preisblasen ernst nimmt. Dank eines ausdifferenzierten Instrumentariums können Chinas Zentralbanker gleichzeitig für Konjunkturbelebung und Stabilität sorgen. Neue Wachstumsimpulse in der Immobilien- und Bauwirtschaft schaffen Nachlässe auf Eigenheim-Hypotheken. Gegen eine Überhitzung des Immobiliensektors in China spricht eine Studie der Deutschen Bank. Danach weisen die Preisentwicklung von Immobilien und Aktien in China seit 2002 eine geringe Korrelation auf. Und China hat weiter Potenzial. Laut IMF verfügt China Ende 2011 über Währungsreserven von rund 3,2 Billionen US-Dollar, bei einer Staatsverschuldung von 26,88 Prozent des BIP. Diese stabilen Staatsfinanzen helfen bei der Etablierung des Renminbi als internationale Währungsalternative. Experten gehen davon aus, dass Chinas Wirtschaft spätestens ab dem 2. Halbjahr 2012 anzieht. Ein Indiz ist der Einkaufsmanager­index (PMI), der zum dritten Mal in Folge mit mehr als 50 Punkten einen konjunkturellen Aufschwung anzeigt. Daher können Investoren gerade jetzt von positiven fundamentalen Wachstumsaussichten und günstigen Bewertungen am Kapitalmarkt profitieren. Anhaltende Investitionen in die Bereiche Infrastruktur und Energie sorgen für wirtschaftliche Entwicklung, genauso wie eine wachsende leistungsorientierte und innovative Mittelschicht. Schon jetzt haben die Bereiche Grundstoffe, Gesundheit sowie Konsumgüter die positive Wertentwicklung des MSCI China auf Eurobasis von +50,13 Prozent über drei Jahre getragen. Der MSCI Golden Dragon inklusive Hongkong und Taiwan legte +67,50 Prozent zu. Die Schwäche des MSCI China, der über ein Jahr -7,42 Prozent an Wert abgegeben hat, sorgt dafür, dass chinesische Aktien die höchsten Abschläge beim Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) unter allen asiatischen Aktienmärkten aufweisen. Analysten rechnen derzeit beim MSCI China mit einem KGV von 9,9x imVergleich zu 10,8x weltweit.

Fazit. Der Wachstumstrend Chinas ist dank solider fundamentaler Basis intakt, die Regierung in Beijing hat die Risiken erkannt. Die attraktive Bewertung erlaubt einen stufenweisen günstigen Auf- und Ausbau der Position.

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