Caesars Vermächtnis


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Buchtipp

Hätten Sie gedacht, dass Armbrust weder was mit Arm noch mit Brust zu tun hat – dafür viel mit Latein und Griechisch?

Oder dass Handwerker und Handlanger auf dem Bau gewissermaßen durchgehend lateinisch reden, wenn sie sich über Beton, Bitumen, Estrich, Fenster, Kalk, Kamin, Keller, Mauer, Mörser, Mörtel, Pflaster, Pfosten, Schindel, Sockel, Speis, tünchen, Ziegel etc. in die Haare kriegen? Solchen deutschen Wörtern mit lateinischem Ursprung geht Klaus Mackowiak in seinem neuen Buch auf den Grund. Aufgedröselt werden in diesem Opulus Lehnwörter wie Pferd, kaufen oder klar, Fremdwörter wie Subjekt, denunzieren oder abstrus und lateinische Wendungen wie veni, vidi, vici oder sic transit gloria mundi.

Wer so etwas genauso spannend findet, wie er gut auf muffigen Oberlehrerjargon verzichten kann, ist da richtig. Richtig ist da auch, wen interessiert, was mutieren und mausern sprachlich eng miteinander verbindet oder den Clown mit Kultur. Und auch, wenn Sie ein paar Geschichten zu bekannten lateinischen Wendungen wie pecunia non olet (Geld stinkt nicht) erzählt bekommen möchten oder wenn Sie es witzig finden, dass bella gerant alii, tu, felix Austria, nube! (Andere mögen Kriege führen, du, glückliches Österreich, heirate!) das Remake eines Originals ist, das weit über tausend Jahre vor Österreichs erstem Auftreten in der Weltgeschichte entstand. Ein hinreichendes Maß an Aha-Erlebnissen sollte gesichert sein wie auch die Erkenntnis, dass wir mit unserem Latein noch lange nicht am Ende sind.

Der Autor

Klaus Mackowiak hat an der RWTH Aachen Philosophie, Linguistik, neuere deutsche Literaturgeschichte und Architektur studiert.

Als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Philosophischen Institut der RWTH Aachen war er von 1987 bis 1989 am Aufbau des Dokumentationszentrums Ethik der Wissenschaft/Technikphilosophie beteiligt.

Von 1989 bis 1995 arbeitete er als Sprachberater und Wissenschaftler am Grammatischen Telefon der RWTH Aachen.

Von 1992 bis 1997 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Germanistischen Institut der RWTH Aachen, bearbeitete er die Walter-Hasenclever-Werkausgabe.

Heute tummelt sich Klaus Mackowiak als Schriftsteller und Journalist (Süddeutsche Zeitung, Tageszeitung, Aachener Nachrichten/Zeitung u. a.) und arbeitet als Sprachberater (u. a. für die DUDEN-Redaktion). Im Oktober 2002 hat er einige Lehraufträge der Hochschule Magdeburg-Stendal angenommen und lehrt seither im Studiengang Journalistik/Medienmanagement.

Caesars Vermächtnis

Wörter und Wendungen lateinischer Herkunft

160 Seiten, broschiert, 11,5 x 17 cm

ISBN 978-3-411-04155-8

9,99 € (D) / 10,30 € (A)

Erscheinungstermin: Februar 2012

Dudenverlag

Dudenstraße 6

68167 Mannheim




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