Burkinis aus Kantabrien


Das Design der Burkinis kann auf Wunsch auch personalisiert werden. Foto: Haramlak

Ein Unternehmerinnen-Duo hat von Spanien aus Erfolg mit Ganzkörper-Badeanzügen in eleganten Designs

Santander – In dem kleinen Ort Santa Cruz de Bezana unweit von Santander residiert das einzige Unternehmen Spaniens, welches Burkinis herstellt. Schon seit 2013 entwerfen die Eigentümerinnen Romina Cusulini und Soumia Elouali Hamini „Badeanzüge und Sonnenschutzbekleidung“ mit Chic. Beide Unternehmerinnen leben schon seit über zwei Jahrzehnten in Kantabrien. Romina Cusulini stammt aus Brasilien und brachte Erfahrung im Vertrieb von Sportbekleidung mit, Soumia Elouali hat marokkanische Wurzeln. Zusammen entwerfen sie die zweiteiligen Badeanzüge, die dann in Barcelona angefertigt werden und legen dabei nicht nur Wert auf die praktischen Eigenschaften sondern auch auf Eleganz.

Ihre Motivation war es vor drei Jahren ebenso wie heute, für Frauen, die aufgrund ihres Glaubens, einer Krankheit oder irgendeines Komplexes ihren Körper am Strand und in Badeanstalten nicht freizügig zeigen möchten, eine elegante und praktische Alternative anzubieten. Unter dem Markennamen „Haramlak“ fertigen sie ihre Burkinis vor allem für arabische Kundinnen, doch sie erhalten auch viele Bestellungen aus dem europäischen Raum. Die polemische öffentliche Diskussion um Burkinis an europäischen Stränden hat Haramlak nicht geschadet, sondern das Interesse und die Nachfrage eher beflügelt.

Der Burkini verkauft sich, im Gegensatz zu seinem Namenspaten, dem Bikini, nicht nur im Sommer. Die zwischen 75 und 135 Euro teuren Kleidungsstücke werden von Musliminnen auch gern zum Joggen und im Fitnessstudio getragen, denn die Stoffe, die nach dem Schwimmen innerhalb von zehn Minuten am Körper trocknen, sind auch für den Sport besser geeignet als Baumwollbekleidung.

Bevor Elouali und Cusulini den Sprung in die Selbstständigkeit wagten, besuchten sie Saudi-Arabien, um die Badegewohnheiten der dort lebenden muslimischen Frauen kennenzulernen. Das Baden in Straßenkleidung, Leggins oder weiten Hemden erschien ihnen wenig hygienisch und das Tragen von nasser Baumwollkleidung, die nur langsam trocknet, auch gesundheitsgefährdend. Diese Erfahrung bestärkte sie in ihrem Entschluss, und der Erfolg gibt den beiden Recht.

Für die kommende Saison denkt man bei Haramlak nun an eine Erweiterung der Kollektion. Eine traditionellere Linie mit Kopftuch und eine „frei­zügige­re“, die nur bis zum Hals geht, sollen hinzukommen sowie Modelle für junge Mädchen ab 13 Jahren.




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