Brot wird bis zu fünf Cent teurer


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Wegen gestiegener Weizenpreise:

Die weltweit gestiegenen Getreidepreise, unter anderem verursacht durch den Exportstopp Russlands nach den verheerenden Brandkatastrophen dieses Sommers, schlagen nun auch auf die Brotpreise in Spanien durch.

Madrid – Betroffen sind alle Produkte, die auf Getreide aufbauen, also auch Nudeln, Süßwaren und Futtermittel für Tiere. Erwartet werden zunächst provisorische Preiserhöhungen, weil die Großhändler noch abwarten, wie sich die Einkaufspreise auf internationalem Niveau entwickeln, wobei Spekulationen und Warentermingeschäfte ebenfalls eine große Rolle spielen. 

Der Preis für Bäckerei-Weizen stieg in den letzten Monaten von 14 auf 22 Cent pro Kilogramm, das entspricht gut 50%, wie José Murillo, ein Ana­lyst von „Infomarket“, schrieb, und die Getreideknappheit lässt einen weiteren Anstieg befürchten. Da der Mehlpreis zu 75% vom Getreidepreis abhängt, schlägt diese Steigerung mit 37% auf die Mehlpreise durch. Diese wiederum haben einen Anteil von 10 bis 20% der Brotpreise (je nach Sorte). Wenn man von durchschnittlich 15% ausgeht, dann steigt der Brotpreis um 5,6%, das entspricht weniger als 5 Cent für ein Standardbrot.

Doch auch die Viehzüchter haben unter den Preisen zu leiden, denn bei den Futtermitteln kam es ebenfalls zu Preiserhöhungen zwischen 8 und 15%. Die Lebensmittelindustrie fürchtet nun, dass der Viehbestand nun noch weiter zurückgeht, weil viele Züchter bei höheren Kosten nicht mithalten können. Das hat dann Auswirkungen auf die Milch- und Fleischpreise.

Schon 2008 waren im Rahmen einer weltweiten Getreideknappheit die Preise angehoben worden. Manche Unternehmen nutzten das für unangemessene Preiserhöhungen. Das wiederum wurde von der staatlichen Wettbewerbskommission als Preisabsprache gewertet und mit entsprechenden Geldbußen geahndet. Es besteht die Hoffnung, dass es dadurch in diesem Jahr nicht zu ähnlichen kartellähnlichen Strukturen kommen wird.




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