Brandschutz-Brigade erwartet einen harten Sommer


Ein Experte bemängelt, dass es in Spanien an Maßnahmen zur Waldbrandvorbeugung mangelt. Der größte Teil des Budgets geht für die Löscheinsätze drauf. Foto: EFE

„80% der Mittel werden für Löscheinsätze ausgegeben, wenn die Brände bereits ausgebrochen sind.“

Madrid – Bis zum 30. April dieses Jahres sind bereits 28.382 Hektar Wald verbrannt, 23 Prozent mehr als der Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Der vergangene Monat war der trockenste April dieses Jahrhunderts.

„Es sieht aus, als werde dieser Sommer wie 2012“, erklärte ein Mitglied der Brigade zur Bekämpfung von Waldbränden BRIF, der seinen Namen nicht nennen möchte, einer nationalen Zeitung. In dem besagten Jahr sind rund 16.000 Waldbrände verzeichnet worden, bei denen 216.893 Hektar Wald vernichtet wurden. Eine enorme Zahl, die nur von 1994 übertroffen wurde, wo nach den Angaben des Ministeriums für Landwirtschaft, Fischerei und Umwelt mehr als 437.000 Hektar verbrannten. Die Prognose des Brandbekämpfers ist klar: „Wenn der nächste Monat ebenso trocken bleibt wie die ersten Monate von 2017, wird es ein harter Sommer für uns werden“.

Der Experte ist der Meinung, dass das Personal für die Brandbekämpfung in den spanischen Regionen absolut ausreichend ist und zwar für Prävention und Löscheinsätze. Dieser Mitarbeiterstab werde jedoch nicht in der richtigen Art und Weise eingesetzt. Im Laufe des Jahres werde ihr Einsatz auf ein Minimum reduziert, um ihre Zahl mit fortschreitendem Sommer dann progressiv zu steigern. So werde die Prävention stark vernachlässigt, denn es gehe darum, Reparaturarbeiten aller Art durchzuführen. Wasseranschlüsse müssen repariert und die Infrastruktur, wie die Verbreiterung von Pisten, verbessert werden. „In der Realität beschränken sich die Arbeiten jedoch darauf, die Nutzung des Waldes für die Holzwirtschaft zu ermöglichen. Wir mussten Kiefern fällen, die nur eineinhalb Meter hoch waren“, monierte er.

Der Präsident der Kammer der Wald-Ingenieure weist auf das Ungleichgewicht im Etat für die Brandbekämpfung hin. Der weitaus größte Teil wird für Löscheinsätze ausgegeben und nur sehr wenig für die Prävention. „Während der Wirtschaftskrise wurden die Ausgaben für dieses Konzept erheblich gekürzt, und so werden zurzeit mehr als 80% in Einsätze investiert, nachdem das Feuer  bereits ausgebrochen ist“, beklagt er.

Mehr Hitze und weniger Regen

Die klimatischen Bedingungen während der ersten Monate dieses Jahres waren nicht besonders hoffnungsvoll für die Gesundheit der spanischen Wälder. Nach den Aufzeichnungen des staatlichen meteorologischen Amtes, Aemet, waren für alle Monate, mit Ausnahme von Januar, weitaus höhere Temperaturen zu verzeichnen als der Durchschnitt des vergangenen Jahrhunderts. Im April zeigten die Thermometer zwei Grad mehr an als zu dieser Jahreszeit üblich. Auch im März wurde ein Grad mehr verzeichnet und im Februar sogar 1,5 Grad. Hinzu kommt der Mangel an Regen. Der vergangene April war der trockenste dieses Jahrhunderts. Besonders betroffen waren der Südwesten Galiciens, die Provinz Zamora, Nord-Aragon und Extremadura. Dort war der Mangel an Regen im Januar, Februar und März besonders gravierend. Die Niederschlagsmenge erreichte nicht einmal 75% des Mittelwertes.

Am 23. Mai betrugen die Wasservorräte in den Staubecken nur 57,8 % der Kapazität, 17 % unter dem Niveau des vergangenen Jahres und 20 Punkte unter dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre.

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