Börsencrash nach Obamas Wahlsieg?


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Marktfokus von Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer der SJB FondsSkyline OHG 1989

„Die aktuelle politische Situation in den USA ist geklärt: Barack Obama hat die Präsidentschaftswahl am 6. November 2012 mit deutlichem Vorsprung für sich entschieden und wird für eine zweite Amtsperiode im Weißen Haus bleiben können“, resümiert Gerd Bennewirtz, geschäftsführender Gründungsgesellschafter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Korschenbroich im Rhein-Kreis Neuss.

„Welche Auswirkungen wird die zweite Amtszeit Obamas auf die US-Börsen haben? Die ersten beiden Börsentage nach dem Wahlentscheid warten bereits mit kräftigen Kursverlusten auf. Wie kann sich der deutsche Fonds-Anleger mit Blick auf den Ausgang der US-Wahlen am besten positionieren? Eine interne SJB-Studie zeigt, wann das Aufholpotenzial in-nerhalb einer Amtszeit am größten ist. Alle Details dazu gibt es hier.“ Die Vergangenheit hat es gezeigt: Die US-Präsidentschaftswahlen wirken sich nach einem bestimmten Muster auf die Börsen aus. Und wie war es dieses Mal in der ersten Amtsperiode des nunmehr in seinem Amt bestätigten Barack Obama? Eine aktuelle SJB-Studie hat den historischen Kursverlauf des Dow Jones Industrial Average (DJIA) vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis heute untersucht. Zwischen 1945 und 2012 haben 12 US-Präsidenten insgesamt 17 Amtszeiten hinter sich gebracht. Um die Börsenentwicklung der einzelnen Präsidentschaftsperioden vergleichbar zu machen, wurden die historischen Kursdaten des DJIA aus allen Vierjahreszyklen zusammengebracht und die jährliche Renditeentwicklung ermittelt. Der jeweilige Kurvenverlauf gibt die Jahresrendite des Dow Jones auf Eurobasis wieder. Es ergibt sich das Bild eines vierjährigen Durchschnittszyklus, dessen obere Grenze durch Höchstrenditen und dessen untere Grenze durch Tiefstrenditen gekennzeichnet ist. In der Mitte kennzeichnet die Durchschnittslinie einen „Normalverlauf“ in der Rendite-Entwicklung des DJIA während eines Vierjahreszyklus.  Die fette rote Linie markiert die Rendite der laufenden Amtszeit, in diesem Fall diejenige von Barack Obama. Es zeigt sich: Gerade zu Beginn der neuen Amtsperiode ging es noch rasant bergab. In den ersten Monaten von Obamas Amtsperiode wurden negative Renditen von bis zu -45,07 Prozent p.a. erzielt – eine Folge der weltweit wütenden Börsenturbulenzen, die sich nahe ihrem Höhepunkt befanden. Dann begann – etwa ab April 2009 und damit nach rund drei Monaten Amtszeit – der auf den Tiefstständen der US-Finanz- und Hypothekenkrise fußende Börsenaufschwung. Dieser dauert im Prinzip bis heute an, verliert aber allmählich an Schwung. Dies ist auch der Grund dafür, dass die Jahresrenditen ab August 2009 wieder schwächer werden und in eine Seitwärtsbewegung übergehen, die sich dem Durchschnittswert aller US-Präsidenten annähert. Die letzte Jahresrendite von Barack Obamas Amtszeit liegt mit +14,03 Prozent in Euro weiter leicht darüber (Stand: 01.11. 2012). Insgesamt ist die Renditeentwicklung des Dow Jones-Index während Obamas erster Amtszeit deutlich volatiler als die unter anderen US-Präsidenten. Denn in Obamas Präsidentschaft fällt nicht nur ein neues Rekordtief bei der Jahresrendite von -45,07 Prozent, sondern mit dem im vierzehnten Monat der Amtszeit markierten Wert von +49,16 Prozent p.a. auch die höchste positive Rendite, die ein US-Präsident seit dem Zweiten Weltkrieg jemals im zweiten Jahr seiner Amtszeit verzeichnen konnte. Positive und negative Extreme bei der Börsenentwicklung hat Obamas Amtszeit damit gleichermaßen zu bieten, wobei auch im Chartbild auffällig ist, dass der Kurvenverlauf von der Durchschnittsrendite aller untersuchten US-Präsidenten besonders stark abweicht. Absolut betrachtet legte der Dow Jones während der ersten Präsidentschaft Barack Obamas kräftig zu: Ausgehend von Notierungen knapp über der 8.000-Punkte-Marke beim Amtsantritt im Januar 2009 markierte das wichtigste US-Börsenbarometer ein Hoch von 13.662 Punkten und liegt aktuell bei gut 13.000 Zählern. Per 1. November 2012 hat der DJIA damit in der Amtszeit Obamas einen Anstieg von +70,16 Prozent auf Eurobasis zu verzeichnen. Ein stolzer Wert, der sogleich die Frage aufwirft, ob sich für Investoren auf dem aktuellen Kursniveau noch ein Einstieg in US-Aktien lohnt. „Aus Sicht des Antizyklikers nein“, macht SJB Fonds-Experte Gerd Bennewirtz seinen Standpunkt klar. „Die US-Börsen sind bereits im Vorfeld der Wahlen sehr gut gelaufen und nur noch geringfügig von ihren historischen Höchstständen entfernt. Das absolute Kurspotenzial dürfte damit begrenzt sein, wie es auch die geringe Differenz zum historischen Allzeithoch des Dow Jones-Index von lediglich +5,81 Prozent veranschaulicht. Hinzu kommt: Die weiteren Entwicklungen in der EU-Schuldenkrise oder das künftige Wirtschaftswachstum Chinas werden genau wie die Präsidentschaftswahl ihre Auswirkungen auf den US-Aktienmarkt haben, sind aber nur schwerlich kalkulierbar.“  Deshalb hat Bennewirtz einen anderen Ratschlag für Fonds-Investoren parat: Anleger mit Fokus USA sollten sich aktuell lieber zurückhalten, aber auf antizyklische Einstiegschancen zwischen dem zweiten und dritten Jahr der neuen Präsidentschaft Obamas warten. Denn vom November des zweiten bis zum November des dritten Amtsjahres ist, wie die Datenauswertung der SJB belegt, das größte Aufwärtspotenzial des historischen Renditedurchschnitts aller US-Präsidenten gegeben: Dieses beträgt auf Eurobasis 32,51 Prozentpunkte. 

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