Blinder Autofahrer vor Gericht


Der Mann fuhr 154 km/h und könnte zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt werden

Der Autofahrer, der 2004 wegen überhöhter Geschwindigkeit (154 km/h auf einer Hauptstraße) angehalten wurde, woraufhin sich herausstellte, dass er blind ist, wird sich erneut vor einem Gericht verantworten müssen.

Burgos – Domingo Merino Arjona hatte bei einem Verkehrsunfall im Jahr 1996 angeblich das Augenlicht verloren. Seine Versicherung, Mapfre, zahlte ihm als Entschädigung 546.780 Euro aus.

Nachdem im Jahr 2004 bekannt wurde, dass der angeblich Blinde mit überhöhter Geschwindigkeit am Steuer erwischt wurde, klagte ihn Mapfre wegen Versicherungsbetrug an.

Nach mehreren ärztlichen Untersuchungen ließ ihn das Gericht jedoch laufen, denn alle Tests hatten ergeben, dass der Mann tatsächlich blind war. Mapfre beauftragte daraufhin einen Privatdetektiv, nach dessen Aussage der Mann ein völlig normales Leben führte, ohne dass er sich von seiner angeblichen Blindheit beeinträchtigt sah. Man habe ihn sogar beim Schaufenster-Gucken beobachtet. Mit diesen Beweisen in der Hand hat der Oberste Gerichtshof das vorherige Urteil für nichtig erklärt und den Fall neu aufgerollt.

In seiner ersten Aussage vor dem Richter erklärte der angebliche Blinde nun, er habe sich wieder ans Steuer gesetzt, weil ihm die Szene aus dem Al Pacino-Film „Der Duft der Frauen“ so gut gefalle. In dem Film spielt Al Pacino einen Blinden, der in einer Szene unter Anleitung eines Freundes einen Ferrari durch die Straßen New Yorks fährt. Domingo argumentierte, seine Frau, die damals auf dem Beifahrersitz gesessen hatte, habe ihm die nötigen Anleitungen geliefert. Außerdem habe es sich um eine völlig gerade Straße gehandelt und er verfüge als ehemaliger Berufsfahrer über ausreichend Erfahrung am Steuer.

Nicht minder erfinderisch war seine Erklärung auf die Frage, wie er gewusst habe, wo genau er auf dem Strafzettel unterschreiben musste. Da es nicht das erste Mal gewesen sei, dass er sich ans Steuer gesetzt habe und er davon ausgehen musste, früher oder später erwischt zu werden, habe er zuhause schon einmal geübt, wo er unterschreiben muss. Bleibt abzuwarten, ob sich das Gericht von seinen Erklärungen überzeugen lässt.




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