Bleiben Schweizer Anleger verschont und zahlen die „Alten“ die Zeche?


Ein Artikel von Ottmar Beck (Alltrust AG)

Die OECD hat sich jüngst die Mühe gemacht, in ihre Verschuldungsanalysen auch die zukünftige Staatsverschuldung aufgrund derzeitiger politischer Versprechungen miteinzubeziehen.

Das Ergebnis ist katastrophal: Von 26 untersuchten Nationen hätte nur Schweden keinen Handlungsbedarf, die heute bestehende Regelung der Sozial- und Krankenversicherung anzupassen, um bis zum Jahr 2050 die Verschuldungssituation wieder zu normalisieren. Die Schweizer liegen nach Schweden und Dänemark auf einem guten dritten Platz und müssten nur 2 % des Volkseinkommens sparen. Italien, Griechenland, Spanien und Portugal stehen – allerdings nur unter Einrechnung der in Zukunft versprochenen Sparleistungen – besser da als Deutschland und Frankreich. Insgesamt ist die Eurozone im Vergleich allerdings immer noch gut aufgestellt. Denn sie muss durchschnittlich Haushaltskürzungen von „nur“ 4 % des Volkseinkommens vornehmen. Großbritannien liegt bei 8 %, die USA bei 9 % und Japan sogar bei 12 %. Gerade die Politiker in diesen Ländern sehen es aber anders. Sie wollen uns erklären, dass wir uns nicht kaputtsparen dürfen. Was bedeutet, dass der Staat in Zukunft nur noch drei Lösungsmöglichkeiten hat: Steuern erhöhen, Schulden nicht zurückzahlen oder über eine sehr hohe Inflation den Wert der Schulden drücken. Das aber trifft den Sparer. Denn wenn es zu viele Schulden auf der Welt gibt, gibt es auch zu viel Vermögen, da die Schuld des einen das Vermögen des anderen ist. Will man Schulden reduzieren, ohne zu sparen, bedeutet das konkret: Es wird Vermögen vernichtet.

Ein Großteil des Vermögens in unserer Gesellschaft gehört jedoch den „Alten“, die das Vermögen für ihre Altersversorgung gespart haben. Es liegt bei Pensionskassen und Lebensversicherungen. Diese sind zudem gesetzlich verpflichtet, große Teile des verwalteten Geldes in sogenannte sichere Staatsanleihen zu investieren. Und das heißt für die kommenden Jahre: Wir werden vor allem über die Altersarmut und nicht über die so viel diskutierte Armut der Jungen, die im Moment keinen Arbeitsplatz finden, sprechen. Denn die größte Gefahr liegt für den Bürger im Bezug der Pensionskassenrente. Ist die Rente einmal gewählt, bleibt sie meistens für immer fix. Rechnen Sie mit der durchschnittlichen Inflation der vergangenen 100 Jahre, so halbiert sich die Kaufkraft des Franken alle 30 Jahre, sofern die Pensionskasse die Teuerung nicht ausgleicht. Stellen Sie sich für die Schweiz nur wenige Jahre mit einer Inflationsrate von 12 % wie in den siebziger Jahren vor – diese Jahre reichen, um Ihren Lebensstandard dramatisch zu beeinträchtigen. Wer also im Moment mit Pensionen einen Großteil seines Einkommens bestreitet, sollte sich Gedanken über einen Inflationsschutz machen.

Hierzu bieten sich Sachwerte wie Gold, Aktien und Immobilien an. Allerdings ist im Moment bei Immobilien auch in der Schweiz Zurückhaltung angebracht. Denn es gibt Studien, die nachweisen, dass niedrige nominale Hypothekenzinsen oft zu Immobilienblasen beigetragen haben. Die Immobilienspekulanten treiben im Umfeld tiefer Hypothekenzinsen und langsam steigender Einkommen die Hauspreise im Verhältnis zum Durchschnittseinkommen auf absurde Höhen. Was in der Vergangenheit – so auch in der Schweiz – immer zu einem anschließenden Absturz der Immobilienpreise geführt hat. Aktien liefern nach wie vor den besten Ertrag in einem Umfeld von moderater Inflation. Bei hoher Inflation vergleichen die Anleger die hohen Zinsen mit den Dividendenrenditen und vergessen, dass Aktiengewinne langfristig mit der Inflation wachsen, aber in der ersten Phase hinterherlaufen. Insofern sind in Hochinflationsphasen Aktien oft deutlich unterbewertet. In Phasen sehr niedriger Inflation und tiefen Wachstums befürchten Anleger eine deflationäre Schuldenkrise und machen deshalb einen Bogen um die Aktienmärkte. Das geschieht im Moment. Obwohl Gewinne und Dividendenrendite meist über den Zinssätzen liegen, horten Anleger aus Furcht vor einem deflationären Kollaps Geld lieber auf dem Konto. Um zu überleben, gibt es für den Anleger aber nur eine Strategie: die breite Verteilung des Kapitals auf viele Anlagen. Denn der Blick auf die Geschichte raubt uns jede Illusion: So lange die Staaten die Zentralbanken und damit die Notenpressen kontrollieren, wird die Inflation mal mehr, mal weniger unser ständiger Begleiter sein.

Mehr Informationen?

Haben Sie Interesse? – Dann wenden Sie sich unter der Telefon-Nr.: 922 575496 an Herrn Robert Burlon oder unter 0041 79 4207493 an Herrn Ottmar Beck. Herr Beck steht Ihnen gerne in der Zeit vom 20. bis 25. Juni in Teneriffa für ein Gespräch zur Verfügung.




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