Bitteres Erbe dreier Präsidenten


Sitz der Spanischen Nationalbank in Madrid Foto: EFE

José María Aznar, José Luis Rodríguez Zapatero und Mariano Rajoy hinterließen ihren Nachfolgern eine immer höhere Staatsverschuldung

Madrid – Als Pedro Sánchez am 1. Juni zum Ministerpräsidenten gewählt wurde, endete die Ära von Mariano Rajoy, der dieses Amt sechseinhalb Jahre lang bekleidet hatte. Nach den neuesten Daten der Spanischen Nationalbank hinterließ Rajoy dem Land einen enormen Schuldenberg. Während seiner Amtszeit ist die Staatsverschuldung um 418,6 Milliarden Euro auf 98% des Bruttoinlandsproduktes (BIP) bzw. auf 1,163 Billionen Euro angestiegen.

Zwar trat auch Mariano Rajoy bei seinem Amtsantritt ein schweres Erbe an, denn die Wirtschaft war von der Krise stark geschwächt, doch geschah es unter seiner Leitung, dass die Staatsverschuldung zum ersten Mal auf mehr als eine Billion Euro anstieg bzw. 100% des BIP erreichte.

Die letzten drei Ministerpräsidenten hinterließen jeweils eine höhere Staatsverschuldung, als sie vorgefunden hatten. Als José María Aznar im Jahr 1996 Präsident wurde, belief sich die Staatsschuld auf 293 Milliarden Euro, als er 2004 ging, auf 389 Milliarden Euro. Doch während seiner Amtszeit hatte die Wirtschaft und somit der BIP stark an Kraft zugenommen, sodass sich die Staatsverschuldung von 60% auf 47% des BIP reduziert hatte.

Mit José Luis Rodríguez Zapatero an der Spitze, von 2004 bis 2011, nahm der Schuldenberg infolge eines hervorragenden Wirtschaftswachstums zunächst im Juni 2008 auf 35% des BIP ab. Doch die schwere Wirtschafts- und Finanzkrise ließ die Staatsverschuldung geradezu explodieren. Als Rodríguez Zapatero den Sessel räumte, hinterließ er einen Schuldenberg von 744 Milliarden Euro bzw. 70% des BIP. Damit hatten sich die Schulden während seiner Amtszeit um 355 Milliarden Euro erhöht.

Mariano Rajoy toppte diese Zahlen dann noch einmal.





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