Bildungsminister ausgepfiffen


Studentenproteste bei der Buchmesse

Der traditionelle Rundgang nach der feierlichen Eröffnung der Madrider Buchmesse durch das spanischen Kronprinzenpaar Felipe und Letizia wurde in diesem Jahr durch heftige Studentenproteste unterbrochen.

Madrid – Die Sprechchöre und mitgebrachten Transparente richteten sich jedoch nicht gegen das Prinzenpaar, sondern galten dem Minister für Bildung, Kultur und Sport, José Ignacio Wert, der mit dabei war. Er gilt als „geistiger Vater“ der härtesten Etatkürzungen und Gebührenerhöhungen der jüngsten spanischen Geschichte.

Die Teilnehmer des Protestmarsches, mehrere Hundert Studenten, waren über die sozialen Netzwerke zusammengerufen worden. Der Zug ging hinter den Messeständen entlang und die jungen Menschen skandierten Parolen gegen die Sparmaßnahmen. Die Proteste wurden lauter, als der Minister den Pavillon der Madrider Universitäten betrat. „Das ist der Gipfel, das ist eine Provokation“, riefen einige Studenten. „Er macht sich über unsere Situation lustig,  und die Bücherindustrie handelt unverschämt“, riefen ihm andere zu. Die Polizei nahm einige Personen vorübergehend fest, bis sie identifiziert waren. Die Sicherheitsbeamten des Prinzenpaares hatten keine Mühe, die Protestler fernzuhalten.

Die Aktion endete mit einer Auseinandersetzung zwischen Anhängern der Monarchie und deren Gegnern. Einige verstiegen sich sogar zu der Forderung, die Republik wieder einzuführen.

Wie alljährlich wurde das Prinzenpaar von den verschiedenen Verlagen mit Neuerscheinungen beschenkt. Minister Wert beschenkte sie mit dem Buch „300 Jahre spanische Nationalbibliothek“, das kürzlich von seinem Ministerium herausgegeben wurde.

Beobachter haben festgestellt, dass Felipe und Letizia weitaus weniger Bücher geschenkt bekamen als in früheren Jahren. Stattdessen haben sie an verschiedenen Ständen Bücher aller Art gekauft, insbesondere Kinderbücher.




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