Biete Kunstwerke – kaufe Fußballmannschaft


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Real Madrid-Expräsident wollte illegal wertvolle Bilder ausführen

Der ehemalige Präsident von Real Madrid, Lorenzo Sanz, wurde kürzlich von der Spezial­­einheit der Nationalpolizei für historische Besitztümer verhaftet.

Madrid – Ihm wird vorgeworfen, als „Anzahlung“ für den Kauf der italienischen Fußballmannschaft von Parma mehrere Bilder bekannter Künstler im Wert von 7,5 Millionen Euro außer Landes geschafft zu haben. Der Unternehmer wurde mehrere Stunden lang verhört, kam aber wieder auf freien Fuß, nachdem Anklage wegen Schmuggels von Kunstwerken und Zugehörigkeit zu einer illegalen Verbindung gegen ihn erhoben wurde.

Die Ermittlungen der Polizei gehen auf das Jahr 2005 zu­rück. Sanz versuchte damals, die Mannschaft von Parma zu kaufen und schaltete die Investmentgesellschaft Renfisa für die Abwicklung des 27,5 Millionen-Geschäfts ein. Die Anzahlung in Höhe von 7,5 Millionen Euro leistete er in Form von verschiedenen Kunstwerken. Anfang 2006 erklärte der italienische Club die Transaktion für gescheitert, und der Unternehmer verlor das gesamte investierte Kapital.

Aus Justizkreisen verlautet jetzt, dass der Fall weiterhin offen ist und weitere Personen in dieser Sache verhaftet wurden. Sanz könnte auch noch wegen Steuerhinterziehung belangt werden. Die Untersuchungen, die jetzt zu seiner Verhaftung führten, begannen bereits vor einem Jahr auf Anordnung des Nationalgerichtes.

Wie die Nachrichtenagentur Efe mitteilt, bestritt der Unternehmer, in den Fall verwickelt zu sein. Beamte der Spezialeinheit hätten ihn vorgeladen, um über einige Bilder von Drittpersonen auszusagen, welche diese zu einer Versteigerung in Italien außer Landes gebracht hatten. Er habe mit alldem nichts zu tun. Später räumte er ein, Vertreter der bedeutendsten italienischen Firma für Kunstauktionen hätten ihn um einige Bilder gebeten. Diese seien jedoch praktisch ohne Wert gewesen. Offenbar hätten es die Käufer versäumt, die erforderlichen offiziellen Genehmigungen einzuholen, bevor sie die Bilder nach Italien brachten, vermutete er.

Sanz war bereits 2008 in Córdoba verhaftet worden, als er zusammen mit zwei anderen Geschäftsleuten einen gefälschten Scheck über 10 Millionen Dollar für ein urbanistisches Projekt hinterlegen wollte.




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