Besucherboom im Juli


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Wirtschaftlicher Aufschwung der Quellmärkte und Ägypten-Krise kommen Tourismus zugute

Noch vor wenigen Monaten blickten die spanischen Hoteliers sorgenvoll in die Zukunft. Aufgrund des eingebrochenen Inlandstourismus und der schlechten Buchungslage ahnte noch niemand, dass in diesem Jahr ein neuer Besucherrekord erreicht werden könnte. Doch tatsächlich rollte im Juli eine wahre Flut ausländischer Urlauber auf der Suche nach Sonne und Strand an Spaniens Küsten und bescherte dem Land das, worauf die Spanier lange gewartet hatten – eine gute Nachricht.

Madrid – Im Januar und Februar stand es noch schlecht um den Tourismus. Die Steuererhöhungen und die Zunahme der Arbeitslosigkeit schmälerten die Einkünfte der Spanier, ein Anhalten der Flaute im Inlandstourismus war abzusehen. Darüber hinaus gingen aus dem Ausland nur spärlich Reservierungen ein. Doch die wirtschaftliche Lage erholte sich in in den letzten Monaten in Großbritannien, Deutschland und Frankreich, sodass plötzlich der Umbruch erfolgte und im Juli 7,9 Millionen ausländische Urlauber die spanischen Urlaubsorte wählten – so viele wie noch nie. Den meisten Zuspruch verzeichnete die Region Katalonien, gefolgt von den Balearen, Andalusien, den Kanaren und Valencia. Auch Ende August konnten sich die fünf wichtigsten Urlaubsregionen Spaniens über eine Auslastung freuen, welche die 80-Prozent-Marke übertraf. Hält die Tendenz im September an, könnte die Sommersaison mit über 22 Millionen ausländischen Besuchern und Ausgaben von über 23 Milliarden Euro abschließen.

Abgesehen von der Erholung der traditionellen Quellmärkte ist den Experten auch in diesem Jahr eine bedeutende Zunahme der Touristen aus dem Norden Europas und vor allem aus Russland aufgefallen. Schon 2012 kamen 30% mehr russische Touristen nach Spanien, in diesem Jahr soll die Zuwachsrate ähnliche Werte erreichen. Neben ihrem bisherigen Lieblingsziel, der Costa Dorada (Tarragona, Katalonien), entdeckten die Russen in diesem Jahr auch andere Destinationen wie die Costa Blanca (Alicante, Valencia). Dort reicht die Zahl der russischen Besucher fast an die Zahl der aus dem Hauptquellmarkt Großbritannien stammenden Touristen heran, mit der Folge, dass die „Weiße Küste“ im Juli eine Rekordbelegung von 90% verbuchen konnte. Dabei spielt sicherlich auch die Ägypten-Krise eine bedeutende Rolle, denn die mehr als zwei Millionen russischen Ägypten-Touristen im Jahr haben sich jetzt vor allem zugunsten spanischer Destinationen umentschieden.

Zwar kriselt der Inlands- und Landtourismus weiter, doch aufgrund der jüngsten Entwicklung rechnen die Experten mittlerweile damit, dass der 2007 aufgestellte Rekord ausländischer Urlauber (58,7 Millionen) in diesem Jahr übertroffen werden könnte. Die ungleiche Verteilung der Reisenden hat zur Folge, dass auf der einen Seite Inlandsdestinationen wie Madrid oder Zaragoza über eine Minimalbelegung von unter 40% klagen, die an der Küste gelegenen Urlaubsgebiete dagegen fast ausgebucht sind.




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