Besorgt wegen der Korruption


Das unehrenhafte Verhalten einiger Politiker bereitet der Bevölkerung zunehmend Sorge

Bei der neuesten Umfrage über die Hauptsorgen der Spanier, die von Anfang bis Mitte Februar vom Zentrum für Soziologische Studien (CIS) durchgeführt wurde, nannten die Spanier, wie nun schon seit Jahren, als größtes Problem die hohe Arbeitslosigkeit (78%). Doch dieses Mal wurde gleich als Nächstes die Korruption genannt.

Anfang des Jahres häuften sich die Untersuchungen von Korruptionsfällen der Polizei. In Valencia wurden 24 Personen im Rahmen eines der PP nahestehenden Korruptionsnetzes verhaftet, in Madrid wurden aufgrund des Verdachtes der illegalen Parteifinanzierung einige Büros der PP-Zentrale durchsucht. Kaum ein Tag verging, an dem die Korruption nicht Thema war. Infolgedessen ist es nicht verwunderlich, dass sich 47,5% der Befragten sehr besorgt über die Korruption äußerten. Mehr als 15% erklärten, diese würde sie persönlich treffen. 

Erstaunlicherweise zeigten sich die Wähler der PP weniger besorgt wegen der Korruption (13%). 

Dieses Thema bewegt weitaus mehr die Wähler der neuen Parteien (Ciudadanos: 24%, Podemos: 23%) und der nationalistischen Parteien Kataloniens (En Marea: 46%).

Nach der Arbeitslosigkeit und der Korruption machten sich die Befragten die meisten Sorgen um die wirtschaftliche und um die politische Lage. 

Auf die Frage nach ihrer Einschätzung der politischen Lage – die Umfrage wurde vor dem Scheitern der Investitur von Pedro Sánchez durchgeführt – erklärten 77% diese für schlecht oder sehr schlecht. 

Keine Sorgen um Flüchtlingskrise

Die Umfrage brachte zutage, dass die Migrationskrise den Spaniern keine Sorgen bereitet. Nicht ein einziger der Befragten erklärte diese zu den 39 bedeutendsten Problemen des Landes. Das galt auch für die Frage nach dem Rassismus. Nur 2% nannten die Häusliche Gewalt als besorgniserregend.




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