Beispielhafte Solidarität


Spanien schlägt eigenen Weltrekord von Organspenden

Der Wirtschaft und vielen Menschen in Spanien geht es schlecht, umso bemerkenswerter, dass die Bevölkerung im vergangenen Jahr eine beispielhafte Solidarität gezeigt hat, die Organspenden zugenommen haben und das Land den eigenen Weltrekord an Organtransplantationen noch einmal überboten hat.

Madrid – Im Januar gab Gesundheitsministerin Ana Mato bekannt, dass im letzten Jahr mehr als 4.200 Organtransplantationen in Spanien vorgenommen wurden – fast 500 bzw. 12% mehr als im Vorjahr. Besonders bemerkenswert ist jedoch, dass die Zahl der Spender auf 1.667 bzw. 35,3 Personen pro Million Einwohner gestiegen ist.

Mato betonte, die guten Zahlen seien darauf zurückzuführen, dass „in diesen wirtschaftlichen und sozialen Krisenzeiten die Spanier ein Beispiel an Solidarität“ gezeigt hätten.

Einsatz für verzweifelte Menschen

Die Nationale Organisation für Organspenden (ONT) verzeichnete in den letzten Jahren eine Stagnation der Organspenden, begründet u.a. durch die Steigerung der Verkehrssicherheit und die damit einhergehende Abnahme tödlicher Verkehrsunfälle. Doch viele kranke Menschen warten dringend auf ein Organ. Die Wartelisten sind lang (Ende 2010: 5.760, Ende 2011: 5.484). Um ihnen zu helfen, arbeitete die ONT verschiedene Strategien aus, die nun Wirkung zeigen.

Das moderne Verständnis des Todes und die heutzutage verbreiteten Kenntnisse über den Hirntod hatten bereits für mehr Bereitschaft der Angehörigen zur Organfreigabe geführt, doch nun wurde zudem das zuständige Verwaltungs- und Krankenpflegepersonal speziell geschult, um auch Angehörigen bestimmter Kulturen und Religionen die Organspende nahelegen zu können. Und so sank die Zahl der Ablehnungen von Organspenden zwischen 2010 und 2011 von 19% auf 15%.

Weiterhin arbeitete die ONT daran, die Zahl der freiwilligen Spenden zu erhöhen. Die Transplantationen zwischen Verwandten oder Bekannten nahmen zu. Des Weiteren stellten auch immer mehr solidarische Menschen anonym eine Niere oder einen Teil der Leber selbstlos zur Verfügung.

Da durch den Rückgang tödlicher Verkehrsunfälle das Durchschnittsalter der Organspender erheblich gestiegen ist, nimmt die ONT derzeit auch junge Menschen in den Fokus, die an überraschendem Herztod gestorben sind. Dabei handelte es sich auch um Sportler, die unter einem nie entdeckten Herzfehler litten, und plötzlich tot zusammengebrochen sind.




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