Bargeld horten oder ist es Zeit, sich wieder in den Märkten zu engagieren?


Ein Artikel von Ottmar Beck (Alltrust AG)

Meine Frau und ich sind 45 und haben 300.000 € für unsere Altersversorgung gespart. In den letzten Jahren sind wir zwischen Anlagen in Aktien, festverzinslichen Wertpapieren und Geldmarktfonds hin und her gesprungen. Aber da ich hinsichtlich der Entwicklung der Märkte sehr misstrauisch war, ist seit November 10 alles in Geldmarktfonds investiert. Wann ist der beste Zeitpunkt wieder zurück in Aktien zu investieren?

Diese Frage wurde mir neulich von einem Leser gestellt. Bei der Beantwortung der Frage können wir von der letzten großen Naturkatastrophe, dem Wirbelsturm Irene, lernen. Das hilft uns, unsere Anlagestrategie langfristig zu verbessern und – wie ich hoffe – zu verhindern, dass Sie weiterhin Ihre Investments hin und her schieben, in dem Versuch, schlauer als die Märkte zu sein.

 

Wenn Sie die Medien aufmerksam verfolgt haben, haben diese riesige Zerstörungen im Zentrum des Sturmes an den Küstenregionen erwartet. Aber wer hat über mögliche Zerstörungen infolge des Wirbelsturmes in Vermont, New Hampshire oder New York berichtet, wo überquellende Flüsse massive Zerstörungen angerichtet und sogar Leben gekostet haben? Praktisch niemand. Denn die Medien haben sich nur auf die Küstenzonen konzentriert, da diese Gegenden in der Vergangenheit am meisten durch Hurrikane betroffen waren.

Was hat das Ganze nun mit der Geldanlage zu tun? Nun, genauso wie bei tropischen Stürmen entwickeln sich die Dinge in der Wirtschaft und an den Märkten selten so, wie wir es erwarten. Wir glauben zwar zu wissen, was vor uns liegt und handeln entsprechend, um Verluste zu vermeiden oder Gewinne zu erzielen. Aber diese Gewissheit ist trügerisch. Wenn man sich darauf verlässt, kann das zu schweren Fehlentscheidungen führen, die man später bereut. Nehmen wir einmal die Herabstufung der Kreditqualität der USA durch S & P im letzten Monat. Alle waren sich sicher, dass dies zu höheren Zinsen für amerikanische Staatsanleihen führen würde. Und was ist passiert? Nichts. Kurz nach der Herabstufung haben Anleger in einer von Problemen belasteten Welt in Scharen in genau diese Wertpapiere investiert und so dafür gesorgt, dass die Zinsen einen neuen Tiefstand erreicht haben.

Wenn Sie Anlageentscheidungen treffen müssen, gibt es so viele Variablen, die den Preis von Aktien, festverzinslichen Wertpapieren und anderen Investments bestimmen, dass es nicht nur unmöglich ist, vorauszusagen, was geschehen wird, sondern auch unmöglich vorherzusehen, wie sich die Gemeinschaft der Anleger verhalten wird. Je mehr Entscheidungen Sie treffen, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie die falsche Entscheidung treffen werden und diese Sie finanziell schädigen wird. Das bringt mich zu meinem Rat für Sie und für jeden anderen, der Bargeld für die Altersversorgung gehortet hat und überlegt, in was und wann er investieren soll: „Hören Sie auf mit dem Rätselraten, jetzt.“

Sie werden immer besser abschneiden, wenn Sie einen breit diversifizierten Anlagestil nutzen und nicht versuchen, rechtzeitig zwischen den einzelnen Anlageklassen hin und her zu springen. Verteilen Sie Ihr Geld auf Aktien, festverzinsliche Wertpapiere und Immobilien in einer Weise, die angemessen für Ihren Anlagehorizont – wie lange können Sie Ihr Geld investieren? – und für Ihre Risikoverträglichkeit – wie viel Verluste können Sie vertragen, bevor Sie in Panik verfallen und alles verkaufen – ist. Und dann bleiben Sie mit diesem Portfolio durch alle Höhen und Tiefen investiert und gleichen die Veränderung zwischen den Anlageklassen immer wieder durch Käufe und Verkäufe aus.

Ich selbst bevorzuge in meinem Wertpapierdepot immer die ausgewogene Strategie mit 50 % Aktien und 50 % festverzinslichen Wertpapieren. Das ist aber nur ein genereller Leitfaden. Mit 45 haben Sie noch viel Zeit, die vorübergehenden Verluste in einzelnen Anlagearten wieder auszugleichen. Insofern können Sie Aktien auch eine höhere Quote in Ihrem Portfolio einräumen. Dieses müssen Sie nach Ihren eigenen Wünschen und Vorstellungen einrichten. Die Anlagestrategie wird Sie nicht vor Verlusten schützen. Aber nur der Verlustschutz kann nicht Ihr Anlageziel sein, wenn Sie für das Alter sparen. Ziel ist vielmehr, ein Vermögen aufzubauen, das Ihren Lebensstandard im Alter absichert. Und der beste Weg dies zu tun, ist, ein Portfolio zusammenzustellen, dass Sie am Wachstum der Unternehmenswerte über eine lange Zeit partizipieren lässt, während es gleichzeitig genug kurzfristigen Schutz bei Abwärtsbewegungen gibt, damit Sie nicht Ihre Strategie in Panik aufgeben.

Mehr Informationen?

Haben Sie Interesse? –

Sie können bei Herrn Robert Burlon unter der Telefon-Nr.: 922 57 54 96 Näheres erfahren.




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