„Balconing“ – ein gefährlicher Urlaubsspaß


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Die Hoteliers von Mallorca kündigen umgehend Maßnahmen an

Ein 23-jähriger Mann wurde kürzlich verletzt, als er in den frühen Morgenstunden in einem Hotel in El Arenal auf Mallorca vom Balkon seines Zimmers in den Pool sprang.

Balearen – Der junge Mann, der aus Rumänien stammt, war stark angetrunken, hieß es im Polizeibericht.

Der Hotelierverband der Balearen ist besorgt über das Phänomen „balconing“, das für ein schlechtes Image im Ausland sorgt. Diesen zweifelhaften Mutproben, die in diesem Sommer bereits mindestens sechs Todesopfer unter den Touristen gefordert haben, soll Einhalt geboten werden. Seit im Juni die Urlaubssaison begonnen hat, wagten mehr als dreißig Personen den Todessprung von Balkon zu Balkon oder vom Balkon in den Pool. In der Regel handelt es sich um junge Männer die unter Alkohol stehen oder/und Drogen konsumiert haben.

Der Präsident des Hotelierverbandes von Ibiza, Juan José Riera teilte mit, dass der Sektor eine Aufklärungskampagne – ähnlich der des Verkehrsministeriums – plant. Abschreckende Bilder sollen die harten Realitäten und die Konsequenzen solcher Heldentaten zeigen. „Nur so werden sie verstehen, welchen Gefahren sie sich aussetzen“, sagte er wörtlich. Vertreter der Hotels bestätigen, dass balconing eine neue Mode junger Leute ist, vorwiegend männlichen Geschlechts die sich als Helden fühlen in Wirklichkeit jedoch „Kamikazes“ sind.

Die Geschäftsführerin des Hotelverbandes von Mallorca vertritt die Meinung, dass es schon in der Vergangenheit Sprünge von den Balkons gegeben habe. Doch heute werde regelrecht Werbung damit gemacht. Es wird auf Video aufgenommen und ins Internet gestellt. Und wenn man die Zahl der Fälle der Anzahl der Besucher gegenüberstelle, seien sie doch unerheblich.

Doch auch die Behörden haben sich inzwischen der Sache angenommen. Die Ressortleiterin für Tourismus bei der Regierung der Balearen, Joana Barceló wies darauf hin, dass nicht verallgemeinert werden dürfe sondern jeder einzelne Fall untersucht werden müsse. In Sant Antoni de Portmany, eine Gemeinde auf Ibiza wo sich die meisten Unfälle ereignet haben, hat man die Reiseveranstalter um Zusammenarbeit gebeten. Reiseleiter und Animateure sollen bei den üblichen Begrüßungscocktails ihre Gäste auf die Gefahren des „balconings“ hinweisen.




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