Babyboom beim Iberischen Luchs

Der Iberische Luchs wird in der Roten Liste gefährdeter Arten der Weltnaturschutzunion IUCN aktuell in der Kategorie EN (endangered) geführt, was der Einstufung der Art als „stark gefährdet“ entspricht. Fotos: MITECO

Der Iberische Luchs wird in der Roten Liste gefährdeter Arten der Weltnaturschutzunion IUCN aktuell in der Kategorie EN (endangered) geführt, was der Einstufung der Art als „stark gefährdet“ entspricht. Fotos: MITECO

Innerhalb eines Jahres vergrößerte sich die Population dieser vom Aussterben bedrohten Art um 30%

Madrid – Die Arbeitsgruppe für den Schutz des Iberischen Luchses, die vom spanischen Ministerium für ökologischen Wandel koordiniert wird, hat Erfreuliches zu vermelden: Die Population dieser bedrohten Art, die trotz ihrer stattlichen Größe noch zur Familie der Kleinkatzen gezählt wird, erholt sich nachweislich. Dem jüngsten Bericht der Arbeitsgruppe ist zu entnehmen, dass die Anstrengungen um den Schutz und die Nachzucht des „lince ibérico“ Erfolg zeigen.

Der Iberische Luchs (Lynx pardinus), auch Pardelluchs genannt, ist eine in Spanien und Portugal beheimatete Art, und bei den letzten Zählungen in den Verbreitungsgebieten kamen die Verantwortlichen auf 1.111 Exemplare. Im Vergleich zum Jahr 2002, als mit nur 100 Tieren das gemeinsame Programm beider Länder für die Erhaltung dieser Art gestartet wurde, stellt diese Zahl einen beachtlichen Zuwachs dar. Auch verglichen mit 2019 weist die 2020 durchgeführte Zählung eine äußerst positive Bilanz auf. Die Luchse sorgten für einen wahren Babyboom, und der Bestand vergrößerte sich durch den Nachwuchs innerhalb eines Jahres um 30%. 2020 wurden 414 Jungtiere gezählt.

Der Iberische Luchs wird in der Roten Liste gefährdeter Arten der Weltnaturschutzunion IUCN aktuell in der Kategorie EN (endangered) geführt, was der Einstufung der Art als „stark gefährdet“ entspricht. Fotos: MITECO
Der Iberische Luchs wird in der Roten Liste gefährdeter Arten der Weltnaturschutzunion IUCN aktuell in der Kategorie EN (endangered) geführt, was der Einstufung der Art als „stark gefährdet“ entspricht. Fotos: MITECO

Die Arbeitsgruppe schöpft aus dieser Entwicklung Optimismus. Damit entferne sich die große iberische Katze immer weiter von der ernsthaften Bedrohung des Aussterbens, wird in dem Bericht angemerkt. Dennoch mahnen die Experten zu Bedachtsamkeit und halten es für wichtig, die Programme so lange fortzuführen, bis die Art tatsächlich als nicht mehr bedroht eingestuft werden kann.

Die meisten Iberischen Luchse (87,5%) leben dem Bericht zufolge im Südwesten Spaniens, vor allem in Andalusien, wo mehr als die Hälfte der in Spanien lebenden Luchse gezählt wurde, gefolgt von Castilla-La Mancha und Extremadura. In Portugal leben 140 Tiere im Tal des Guadiana. Die Population des Pardelluchses auf der Iberischen Halbinsel gliedert sich in 14 Populationen, die größten davon im Gebiet der Sierra Morena (603 Tiere), Montes de Toledo (145), Valle del Guadiana (140) und das Gebiet von Matachel in Extremadura (131).

Einen wichtigen Beitrag für die positive Enwicklung der Population leistete auch die Zucht der Art in Menschenobhut. Seit im Jahr 2011 die ersten Auswilderungen stattfanden, konnten bis zu diesem Jahr 305 in Menschenobhut geborene Tiere erfolgreich ausgewildert werden.

Das spanische Ministerium für ökologischen Wandel betreibt zwei der vier Zuchtzentren für Iberische Luchse – „Zarza de Granadilla“ in Extremadura und „El Acebuche“ in Andalusien. Die Zuchtstation „La Olivilla“ in Andalusien wird von der Regionalregierung verwaltet. Das vierte Zuchtzentrum befindet sich in Portugal.

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