Aznar auf Seiten der Klimawandel-Leugner?


© EFE

Der Expräsident stellte ein Buch vor, das den Klima-Alarmismus kritisiert

Ex-Ministerpräsident José Maria Aznar wird am 22. Oktober ein Buch vorstellen, welches den Klimawandel als Mythos bezeichnet und ihn als Alarmismus abtut. Der Tenor: Die internationale Gesellschaft sollte sich mehr um wichtigere Probleme kümmern, als um den Anstieg der globalen Temperatur um ein paar Grad.

Madrid – Die FAES-Stiftung für Analyse und soziale Studien, deren Präsident Aznar ist, hat entschieden, sich dieser These anzuschließen und das Buch mit dem Titel „Blauer Planet in grünen Fesseln“ das von dem tschechischen Präsidenten Vaclav Klaus verfasst wurde, herauszugeben.

Das 150 Seiten umfassende Buch wird im Verlag Gota a Gota verlegt, der ebenfalls der FAES untersteht. Es wurde bereits in Englisch, Deutsch, Russisch, Polnisch und Holländisch übersetzt, und wird in der zweiten Oktoberhälfte auch in den spanischen Buchhandlungen sein.

Der tschechische Staatschef verheimlicht auf den Seiten des Buches nicht seine Europa-Skepsis und bezeichnet sich als Bewunderer der Ideologie von Margaret Thatcher. Wie ein Sprecher der FAES zu diesem Thema erklärte, berge der Ökologismus die Gefahr in sich, eine totalitäre Ideologie zu sein, die weltumspannende Lösungen finden will.

Es gebe zahlreiche Gründe für die Organisation, dieses Buch zu veröffentlichen, erklärte der Sprecher an anderer Stelle: Es enthalte die Argumentation eines Ökonomen, vertrete einen Gesichtspunkt, der sich gegen das politisch Korrekte stellt und es wurde von einem Staatschef geschrieben (was äußerst selten ist) der gleichzeitig als liberaler Ökonom großes Prestige genießt.

Der Fraktionssprecher der PP im Parlament hat es strikt abgelehnt, zu dem Buch und der Tatsache Stellung zu nehmen, dass es im PP-eigenen Verlag erscheint.

Wenn sich Aznar die These zu Eigen macht, die Klaus vertritt, geht er in diesem Thema noch weiter als George Bush, der ja inzwischen die Gefahr anerkannt hat, die von der Erd­erwärmung ausgeht. Seine Regierung hat auf dem Klimagipfel von Bali im vergangenen Dezember anerkannt, dass der Mensch der hauptsächliche Verursacher des Klimawandels ist.




Über Wochenblatt

Das Wochenblatt erscheint 14-tägig mit aktuellen Meldungen von den Kanaren und dem spanischen Festland. Das Wochenblatt gilt seit nunmehr 36 Jahren als unbestrittener Marktführer der deutschsprachigen Printmedien auf den Kanarischen Inseln.