Autoreifen sollen per Gesetz zu Straßenbelag verarbeitet werden


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35 Millionen Pneus werden pro Jahr in Spanien „ausgemustert“

Wohin mit 35 Millionen ausgemusterten Autoreifen jährlich? Die spanische Regierung hat jetzt eine erste Lösung für dieses nicht zuletzt für die Umwelt äußerst belastende Problem gefunden. In Form einer neuen Normative soll das Recycling der Altreifen gesetzlich geregelt werden. Demnach ist vorgesehen, die ausrangierten Reifen in Gummimehl bzw. Granulat umzuwandeln und sie für den Belag von neuen öffentlichen Straßen zu verwenden.

Madrid – Der aus Autoreifen gewonnene Straßenbelag trägt nicht nur zur Entlastung der Umwelt bei, sondern gilt auch als geräuschloseres Material als der herkömmliche, der ganz nebenbei noch eine bessere Durchlässigkeit des Wassers sowie eine geringere Rutschgefahr aufweist. Auf diesem Weg könnten 160.000 Tonnen Gummimehl jährlich verarbeitet werden.

Autofahrer, die in den letzten sieben Monaten ihre Reifen wechselten, mussten für die Neureifen einen Aufpreis in Form einer Art Umweltsteuer bezahlen. Für Personenwagen beträgt dieser Aufpreis zwei Euro pro Reifen, für Lastwagen 12,48 Euro und für Geländewagen 3,94 Euro.

Seit Oktober vergangenen Jahres sind Autoreifen-Hersteller gesetzlich zum Recycling aller von ihnen auf den Markt gebrachten Reifen verpflichtet.

Vonseiten des spanischen Umweltministeriums, das die Entscheidung in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Infrastrukturen getroffen hat, wurde diesbezüglich erklärt, dass das Recycling von Altreifen eine unerlässliche Maßnahme darstelle, da das für die Herstellung verwendete Material Jahrhunderte lang die Umwelt belastet.

Derzeit befinden sich bereits sieben Anlagen zur Verwertung der Altreifen im Bau, die insgesamt über eine Leistungskapazität von 140.000 Tonnen Materialrecycling jährlich verfügen.

Bislang werden von den 300.000 Tonnen Reifen-Müll, der pro Jahr in Spanien entsteht, 32% wieder verwendet und 17% werden zur Energiegewinnung verbrannt. Der Rest landete auf Müllhalden. Ziel der Regierung ist jetzt, in Zukunft 98% davon auf die eine oder andere Art und Weise zu verwerten, wobei 50% für die Verarbeitung in Straßenbelag bestimmt sind.




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