Australien: Musterschüler der OECD-Länder


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Marktfocus von Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer der SJB FondsSkyline OHG 1989

Am besten von allen hat der Musterschüler Australien die Finanz- und Wirtschaftskrise überstanden. Die 17-jährige Wachstumsstory wurde auch 2009 nicht unterbrochen, das BIP legte erneut 0,7 Prozent zu.

Keine toxischen Papiere, keine Problembanken – von den Grundübeln der Krise blieb Australien verschont, wurde aber indirekt in Mitleidenschaft gezogen: Durch tiefe Einbrüche in wichtigen Exportländern wie den USA, Japan und der EU sowie durch den Verfall der Rohstoffpreise. Einer blieb stets hungrig: China, seit 2009 der wichtigste Handelspartner mit aktuell 25,3 Prozent der australischen Exporte und 18,7 Prozent der Importe. Die Konjunkturprogramme konnten aufgrund komfortabler Haushaltsüberschüsse problemlos finanziert werden. Zum Jahreswechsel 2010/2011 erschütterten verheerende Zyklone und Überschwemmungen den fünften Kontinent. Die Auswirkungen waren weltweit zu spüren. Bergwerkkonzerne wie BHP Billiton, Anglo American und Rio Tinto erlitten Liefereinbrüche z.B. bei der Kokskohle, die auf den Weltmärkten fehlte. Das BIP sackte im ersten Quartal mit 1,2 Prozent gegenüber den Vormonaten ins Minus, so stark wie seit 20 Jahren nicht. Im Vorjahresvergleich reichte es aber immer noch für ein Plus von 0,1 Prozent. Insgesamt rechnen Volkswirte 2011 mit einem BIP-Wachstum von 3,0 Prozent, 2012 sogar von 3,5 Prozent. Eine V-förmige Erholung wie aus dem Lehrbuch, vor allem wegen des anhaltenden Rohstoffhungers der Schwellenländer. Der Bergbau bleibt stärkster Wachs­­tumsmotor für Maschinenbau, Bauwirtschaft und Umwelttechnik. Seit 2006 ist die Branche um Kohle, Gold, Erdöl und Co im Schnitt um 8 Prozent pro Jahr gewachsen. Die Arbeitslosenquote von 4,9 Prozent liegt nahe dem Allzeittief, nach Regierungsdefinition herrscht Vollbeschäftigung. Neben dem Rohstoffreichtum bietet Australien überaus stabile politische und rechtliche Rahmenbedingungen, was Kapitalzuflüsse und die Investitionsbereitschaft ausländischer Anleger begünstigt. Das Länderrating mit der Bestnote „AAA“ ist dank einer Staatsschuldenquote von 24,1 Prozent stabil wie der Ayers Rock. Der Leitzins liegt aktuell bei 4,75 Prozent, dazu kommen die Chancen auf Währungsge-winne. Seit 2009 hat der aus­tralische Dollar gegenüber dem Euro über 34 Prozent zugelegt und befindet sich auch langfristig im Aufwärtstrend. A propos langfristig: Bei einem Vergleich der renditestärksten Aktienmärkte der letzten 111 Jahre lautete der Sieger mit einer inflationsbereinigten Rendite von 7,4 Prozent p.a. Aus­tralien, vor den USA, Japan und Deutschland. Auch in den letzten zehn Jahren ließ der MSCI Australia mit einem Plus von 10,24 Prozent p.a. den MSCI All Country World mit nur 0,22 Prozent weit hinter sich.

 

SJB Fazit. Der fünfte Kontinent ist dank Rohstoffreichtum und stabilster Finanzen ein Hort der Solidität imFondsDepot. Down under. Daumen hoch!

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