Aufstand der Universitätsrektoren


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Wegen fehlender Gesprächsbereitschaft über die Kürzungen im Bildungswesen

Ende Mai probten die Rektoren der spanischen Universitäten den Aufstand. Weil der Minister für Bildung, Kultur und Sport, José Ignacio Wert, jede Diskussion über die Kürzungen im Bildungswesen ablehnte, blieben die Universitäts­­chefs der Rektorenkonferenz fern.

Madrid – Während in ganz Spanien die Menschen immer wieder auf der Straße gegen die Sparpolitik der Regierung protestieren, wollten nun die Universitätsleiter auf der Rektorenkonferenz mit Bildungsminister Wert über die 3-Milliarden-Euro-Kürzung im Bildungswesen, höhere Studiengebühren, weniger Lehrkräfte, vollere Klassenräume und Hörsäle etc. diskutieren. Doch als sie feststellten, dass Wert auf der Tagesordnung der Konferenz nur Zeit für Verfahrenssachen eingeräumt hatte und auch nicht zu einem außerordentlichen Treffen, das allein das Thema Kürzungen und Sparmaßnahmen behandeln sollte, bereit war, stellten sie sich quer. Die Rektoren verweigerten dem Bildungsminister ihre Teilnahme an der Konferenz mit der Begründung, Wert verweigere strikt jeglichen Dialog und forderten ein Gespräch auf „höherer Ebene“, sprich mit Präsident Mariano Rajoy. Eduardo Doménech, Leiter der Universität von La Laguna (ULL), erklärte, der „fehlende Respekt“ des Ministers habe die Rektoren zu diesem Schritt getrieben. Es wäre nicht das erste Mal, dass die Universitäten und das Ministerium anderer Meinung seien, doch zumindest habe man die Rektoren immer zurate gezogen und eine Diskussion zugelassen. Weil Wert sie nun jedoch bewusst übergehe und für kein Gespräch bereit sei, würden nun auch sie streiken.

Wert zeigte sich „unendlich überrascht“ duch das Verhalten der Rektoren und erklärte, er sei durchaus gesprächs- jedoch nicht verhandlungsbereit.




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