Auffrischungsimpfung für über 70-Jährige

Ein Termin für beide Impfungen: Gesundheitsministerin Carolina Darias erklärte, dass die diesjährige Grippeimpfung zeitgleich mit der dritten Dosis des Corona-Impfstoffs verabreicht werden kann – eine Impfung in den rechten und eine in den linken Arm. Foto: efe

Ein Termin für beide Impfungen: Gesundheitsministerin Carolina Darias erklärte, dass die diesjährige Grippeimpfung zeitgleich mit der dritten Dosis des Corona-Impfstoffs verabreicht werden kann – eine Impfung in den rechten und eine in den linken Arm. Foto: efe

Ab dem 25. Oktober wird die dritte Dosis von Pfizer und Moderna verabreicht

Madrid – Bislang wurden in Spanien insgesamt 6,8 Millionen Menschen über 70 Jahre vollständig gegen Corona geimpft. Die Mehrheit von ihnen erhielt den Impfstoff von Pfizer, einige haben auch den Moderna-Impfstoff erhalten. Eine Minderheit ist mit Janssen geimpft worden. Der Grund: Als diese Bevölkerungsgruppe geimpft wurde, waren die Lieferungen von Moderna kaum vorhanden, und die Impfung mit Janssen ist erst später eingeführt worden.

Das Gesundheitsministerium und die autonomen Regionen haben nun vereinbart, ab 25. Oktober die dritte Dosis von einem RNA-Vakzin (Pfizer und Moderna) an Personen über 70 Jahre zu verabreichen. Das Gesundheitsministerium erklärte: „Das Ziel besteht darin, den Schutz der am meisten gefährdeten Personen zu erhöhen, da wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass das Alter der Hauptrisikofaktor für das Coronavirus ist“. Die Entscheidung wurde getroffen, nachdem die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) sich für Auffrischungsimpfungen von Pfizer gegen Corona für Personen ab 18 Jahren ausgesprochen hat. Infrage kommen die sogenannten Booster-Shots mit einem Abstand von mindestens sechs Monaten zur zweiten Dosis. Die Personen, die mit Moderna oder Janssen geimpft wurden, sind von der Entscheidung der EMA nicht betroffen, da diese noch keine Stellungnahme zu einer Auffrischungsdosis von diesen Impfstoffen abgegeben hat.

Wenig Information vorhanden

Die EMA wies darauf hin, dass die Beweise für die tatsächliche Wirksamkeit der Auffrischungsdosis bei nicht immunsuprimierten Personen noch spärlich sind. Das Argument, das dafür angeführt wird, ist der beobachtete Anstieg der Antikörperspiegel bei Personen, die in den Studien diese dritte Impfung erhalten hatten. Dennoch haben Experten in den letzten Wochen argumentiert, dieser Rückgang bedeute nicht unbedingt, dass der Körper sich nicht gegen das Virus wehren kann. Das Immunsystem ist nämlich in der Lage, die Antikörper wieder zu produzieren, wenn es mit dem Virus in Kontakt kommt. Die EMA wies auch darauf hin, dass sie noch wenig Informationen über die Sicherheit der dritten Dosis hat. África González, Professorin für Immunologie am Biomedizinischen Forschungszentrum der Universität Vigo, ist der Ansicht, dass die Entscheidung des Booster-Shots nun an die Impfstrategie jedes Landes angepasst werden sollte. Denn, so die Expertin, „die EMA verteidigt diese dritte Dosis nicht als etwas, das massenhaft durchgeführt werden sollte, sondern als etwas, das im Einzelfall angewandt werden soll“. Aus der Sicht der Immunologen gibt es keine Beweise für eine generelle Notwendigkeit einer Auffrischungsimpfung.

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