April, April, der weiß nicht, was er will


Ein Artikel von Ottmar Beck (Alltrust AG)

Nachdem bis Ende März Optimismus die Märkte nach oben getragen hat, wächst jetzt wieder die Sorge um die Aussichten der Eurozone.

Die Aktienbörsen sind schon mit empfindlichen Kursverlusten in den April gegangen. Letzte Woche verstärkten der Wahlausgang in Frankreich und das Auseinanderbrechen der Regierungskoalition in den Niederlanden den Trend.

Der beliebteste Zufluchtsort in wirtschaftlichen Krisenzeiten ist Bargeld: „Cash is king.“ Viele private wie auch institutionelle Anleger sind in diesen vermeintlich sicheren Hafen geflüchtet. Langfristig bietet diese Anlageform aber nur eine trügerische Sicherheit. Spar- und Termingelder werden kaum noch verzinst und werfen nach Kosten und Inflation eine negative Rendite ab. Das Vermögen verliert real an Wert. So wird ein Vermögen bei einer Teuerungsrate von 3% innerhalb von 25 Jahren halbiert. In der so „soliden“ Schweiz ist zum Beispiel die Kaufkraft seit 1950 um 80% gesunken. Deswegen gilt der Grundsatz: Wer sein Vermögen erhalten will, muss sein Hauptaugenmerk auf die reale Entwicklung des Vermögens richten. Und da helfen im Moment keine deutschen Staatsanleihen. Denn der deutsche Staat kann sich, obwohl seine Verbindlichkeiten stark gestiegen sind, zu Vorzugskonditionen Geld leihen. Bei einer Inflationsrate von mehr als 2% reichen die Renditen der Bundesanleihen nicht, um den realen Wert des Vermögens zu erhalten, zumal die Zinsen noch mit einem Kapitalsteuersatz von 25% belastet sind. Spanische und italienische Staatsanleihen bieten bei zehn Jahren Laufzeit mehr als 5,5% jährlichen Zins. Doch damit müsste man kaufen, was Spanier und Italiener aus gutem Grund meiden. Auch Unternehmensanleihen solider Bonität bieten keine Alternative. So rentiert eine fünfjährige Anleihe von BASF mit 1,6% und die Deutsche Telekom zahlt 3 % für zehn Jahre. Bei Aktien haben die hohen Wertschwankungen und Kurseinbrüche an den Märkten die Anleger verschreckt, obwohl sich der Konjunkturausblick signifikant verbessert hat. Spanien und Italien verstellen uns den Blick darauf, dass sich die USA auf einem moderaten, aber stabilen Wachstumskurs befinden. In den großen Schwellenländern werden die Zinsen gesenkt und bei den gelockerten monetären Rahmenbedingungen sieht man dort die ersten konjunkturellen Impulse. Sämtliche Frühindikatoren zeigen im Moment in Richtung einer konjunkturellen Revitalisierung. Diese müsste in den kommenden Monaten auch erste Erfolge aufweisen. Dann werden Investoren wieder Mut fassen und bei den sogenannten risikobehafteten Anlagen, sprich Aktien, zugreifen.

Vor zwei Jahren wollte die US-Regierung die Größe der Banken drastisch zurückführen, um das Dogma „too big to fail“ für die Zukunft auszuschließen. Ende 2011 hielten die fünf größten Banken jedoch Vermögenswerte in Höhe von 8,5 Billionen US-Dollar. Das entspricht 56% des amerikanischen Bruttoinlandsprodukts. Vor fünf Jahren lag diese Zahl noch bei 43%. „A clear and present danger to the U.S. economy“ war im letzten Monat im Jahresbericht der Federal Reserve Bank of Dallas zu lesen. Das wiederum heißt: Gerät eine der fünf Banken in Gefahr oder vielleicht in einen Konkurs, würde erneut die ganze US-Volkswirtschaft in den Abdrund gezogen oder die Steuerzahler müssten neue Rettungspakete finanzieren. In Europa stehen wir vor derselben Situation.

Niemand von uns weiß, wie die Welt übermorgen aussieht. Daher tut Selbstvorsorge not. In dieser Situation bedeutet Diversifikation alles. Als risikoarme Anlagestrategie gilt eine Anlage in Termingeld oder festverzinslichen Wertpapieren. Die reale Rendite nach Teuerung ist zur Zeit allerdings negativ. Sie werden daher ihre Anlagen breiter diversifizieren müssen um diese Renditefalle zu umgehen. Neben festverzinslichen Wertpapieren gehören Aktien und Immobilien in jedes Vermögen.

Mehr Informationen?

Haben Sie Interesse? – Dann wenden Sie sich unter der Telefon-Nr.: 922 575496 an Herrn Robert Burlon oder unter 0041 79 4207493 an Herrn Ottmar Beck. 




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