Anstiftung zur Gewalt gegen Frauen


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Die Staatsanwaltschaft klagt den Imam von Terrassa an

„Wenn es nicht hilft, sie zu isolieren, muss man sie schlagen…“ist einer der Ratschläge, welche der Imam von Terrassa seiner Gemeinde bei seinen Predigten in der Moschee erteilt.

Terrassa – „Dieses Land hat Gesetze, die im direkten Widerspruch zu den Gesetzen des Islam stehen“, hat er wiederholt bedauert. Das sind einige der „Blüten“ der eindeutig diskriminierenden Predigten von Abdeslam Laarusi, welche Beamte der katalonischen Polizei Mossos d’Esquadra aufgezeichnet haben.

Die Staatsanwaltschaft hat kürzlich mitgeteilt, sie habe Anklage gegen den religiösen Führer erhoben wegen Anstiftung zum Hass und zur Gewalt gegen Frauen, nachdem sie Fragmente seiner Predigten analysiert habe. Die katalonische Polizei hat zwei Ansprachen des religiösen Führers ausgewertet, welche er in der Moschee von Terrassa gehalten hat, der größten in ganz Katalonien.

Bei der ersten Predigt im Dezember letzten Jahres, animierte Laarusi seine Gläubigen, etwa 1.500 Personen, in der Hauptsache Männer und Jungen, die Frau, die nicht gehorcht und sich auflehnt, in ihrem Bett alleine zu lassen und den Sex zu verweigern. Wenn das nicht funktioniert, empfiehlt er physische Gewalt. „Schlage sie nicht ins Gesicht, lass’ kein Blut fließen“, lauten seine Anweisungen. „Schläge sind eine tolerierbare Praxis, doch sie müssen diskret sein, keiner darf außerhalb der ehelichen Gemeinschaft davon erfahren.“

Die Staatsanwaltschaft führte im März die ersten Untersuchungen durch. Damals hatte der Imam empfohlen, die Frau möglichst mit einem kleinen Stock zu züchtigen, weil das kaum Spuren hinterlässt. In einem Teil seiner Rede hatte er sich besonders gegen die Frauen ausgesprochen, die aus den Haus gehen, um zu arbeiten und die ein eigenes Bankkonto haben. „Sie verlangen dann sogar, dass der Mann im Haushalt hilft, das Essen kocht und wäscht. Das ist der häufigste Grund für einen Konflikt und das Scheitern der Ehe. Berufstätige Frauen beachten den Mann mit Geringschätzung und erziehen ihre Kinder nicht“, klagte er.

Laarusi kritisiert besonders die Gesetze, welche der Frau ermöglichen, dass sie die Polizei ruft, die das Haus betreten und den Mann bedrohen kann. Er geißelte auch die Gesetze, welche jungen Menschen erlauben, nachts auszugehen, Alkohol zu trinken und Mädchen mit nach Hause zu bringen. „Jeder sollte wissen, dass es beim Jüngsten Gericht niemanden gibt, der sie beschützen kann. Es gelten nur die guten Werke, der Gehorsam gegenüber dem Ehemann und dem Vater…“ drohte er.

Als die Anklage der Staatsanwaltschaft gegen den Imam von Terrassa bekannt wurde, stellten sich die islamischen Vereinigungen einhellig auf seine Seite. Sie beschworen seine Unschuld und bezweifelten, dass er derartige Äußerungen getan und Ratschläge gegeben habe. Bei einer Vorladung durch die Mossos d’Esquadra, wo er zu seinen Äußerungen Stellung nehmen sollte, verweigerte er jegliche Aussage. Der Verband der Musliminnen von Terrassa versicherte, dass sich keines der Mitglieder jemals vom Imam diskriminiert oder missachtet gefühlt habe, der nach wie vor in der Moschee predigt.

Die Staatsanwaltschaft hebt in ihrer Klage die wichtige Stellung des Führers der islamischen Gemeinschaft hervor, der eine absolute Vorherrschaft habe und völlige Kontrolle über die Frauen ausübe, was im Gegensatz zur Gleichstellung von Mann und Frau stehe.




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