Anonymous veröffentlicht Daten katalonischer Polizisten


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Cataluña-Leaks

Internetaktivisten von Anonymous haben Namen und Dienstnummern von achtzehn katalonischen Polizisten auf Twitter veröffentlicht, um das teilweise harte Vorgehen der Regionalpolizei Mossos d’Esquadra gegen Demonstranten in den letzten Monaten anzuprangern.

Barcelona – Zuletzt sollen in Tarragona beim Generalstreik vom vergangenen 14. November ein 13-jähriger Junge und ein 16-jähriges Mädchen von den Sicherheitskräften angegriffen worden sein. Anonymous ließ verlauten, die Beamten, die auf Twitter benannt wurden, seien Teil der Mobilen Antiterrorbrigade „Brimo“, eine Behauptung, die das Innenministerium dementiert hat. Anonymous kündigt an, weitere Informationen über die Repressalien der Polizei zu publizieren, falls die „Ungerechtigkeiten gegen die Bevölkerung“ nicht beendet würden. Man werde dies mit gleicher Münze zurückzahlen und mehr Datenmaterial durchsickern lassen. „Wir haben uns die Freiheit genommen, ein bisschen in eurem System herumzuschnüffeln, um unsere eigene Liste „LaListadeV“ zu beginnen, auf der die Namen derjenigen auftauchen, die dafür verantwortlich sind, die Stimme des Volkes, die sich gegen die Finanzdiktatur der Politiker und Banker erhebt, zu unterdrücken“ ist in den Verlautbarungen von Anonymous zu hören. Das Innenministerium bestreitet, dass es den Hackern gelungen sei, in das EDV-System der katalonischen Polizei einzudringen.

Anonymous: Unabhängigkeit im Internet

Anonymous ist eine Bezeichnung, unter der weltweit Gruppen und Einzelpersonen mit oder ohne Abstimmung untereinander im Internet und neuerdings auch außerhalb demonstrieren oder gegen als ungerecht empfundene Zustände vorgehen, unter anderem mittels Hackerangriffen. Ursprünglich als Spaßbewegung auf der Webite „4chan“ entstanden, tritt Anonymous seit 2008 zunehmend auch politisch auf. Ein Hauptanliegen ist die Unabhängigkeit des Internets. Die Vorgehensweise, sich ungeplant und nach dem Zufallsprinzip in immer anderer Zusammensetzung um ein Thema herum zu Aktionen zusammenzufinden, macht das Phänomen für die Behörden schwer fassbar.




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