Andalusien kämpft weiter gegen Tabakindustrie


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Die südspanische Region verklagt den Staat als „mitverantwortlich“

Seit dem Jahr 2000 führt die autonome Region Andalusien mit dem sozialistischen Regierungschef Manuel Chaves an der Spitze einen einzigartigen Kampf gegen die Tabakindustrie, von der sie nicht zuletzt die Kosten für die Behandlung der an den Folgen der Tabaksucht erkrankten

Sevilla – Einwohner zurückverlangt. Dieser Kampf ist nun in eine neue Phase eingetreten. Die südspanische Region hat jetzt nämlich bei der Audiencia Nacional in Madrid Klage gegen den Staat als „solidarischen Mitverantwortlichen“ sowie gegen sechs Tabakgesellschaften erhoben. Damit fordert Andalusien 1,77 Millionen Euro für die Behandlungskosten von 135 Patienten zurück, deren Krankheit eindeutig auf die Folgen ihrer Tabaksucht zurückgeführt werden konnte. Die verklagten Unternehmen sind Altadis, British American Tobacco España, Philip Morris Spain, JT International Iberia, Cita Tabacos de Canarias und Tabacos Canary Islands. Für die südspanische Region ist dies die letzte Stufe in ihrem europaweit bislang einmaligen Kampf gegen die Tabakindustrie. Grund dafür, dass Andalusien jetzt auch    die Zentralregierung in den Rechtsstreit hineinzieht ist die Tatsache, dass sich die betroffenen Tabakunternehmen bislang immer erfolgreich mit dem Argument herausreden konnten, bis zum Jahr 1998 sei der Staat Inhaber des Monopols für den Tabakhandel gewesen.

In Spanien sterben jährlich etwa 55.000 Menschen an den Folgen ihrer Tabaksucht, 6.000 davon sind Passivraucher. Die Staatskassen kostet die Behandlung der „Tabak-Kranken“ jährlich über 3,9 Milliarden Euro.




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