Alarmstufe Rot in der Eventbranche

Demo am 17. September in Santiago de Compostela Foto: efe

Demo am 17. September in Santiago de Compostela Foto: efe

Die Veranstaltungsbranche machte mit Demos in vielen spanischen Städten auf ihre Notlage aufmerksam

Madrid – Auch die spanische Eventbranche hat sich der internationalen Bewegung #RedAlert #WeMakeEvents angeschlossen. Am 17. September fanden im ganzen Land Demonstrationen statt, bei denen Angestellte und Freiberufler dieses Wirtschaftszweigs auf ihre Notlage aufmerksam machten. Dabei wurden sämtliche Sicherheitsmaßnahmen zum Gesundheitsschutz eingehalten. Die spanische Bewegung #AlertaRoja hatte nicht zu einer massenhaften Teilnahme aufgerufen, sondern zu einem geordneten Protest, der auch signalisieren sollte, dass Events unter Einhaltung der Corona-Regeln möglich sind.
Die Branche stehe am Rande des Kollaps und die Lage sei dramatisch, mahnt das Bündnis #AlertaRoja. Sprecherin Ana Alonso erklärte in einem Interview mit Canal 24 Horas: „Es gibt Familien, denen das Geld schon vor Monatsende ausgeht, ein echtes Drama.“ Einer Studie des spanischen Musikverbands zufolge belaufen sich die Verluste der Branche in diesem Jahr auf 660 Millionen Euro, und das Verantaltungsvolumen sank auf 10 bis 12%.
In Alicante, Albacete, Badajoz, Barcelona, Bilbao, Córdoba, Girona, Granada, Ibiza, Las Palmas de Gran Canaria, Lleida, Logroño, Lugo, Madrid, Málaga, Murcia, Oviedo, Palma, Pamplona, Santiago de Compostela, Sevilla, Tarragona, Santa Cruz de Tenerife, Valencia, Valladolid, Vigo, Vitoria und Zaragoza protestierten die Kulturschaffenden, die den monatelangen Stillstand und die daraus resultierenden finanziellen Einbußen satt haben. Zahlreiche Gebäude wurden als Zeichen ihrer Not rot angestrahlt.
Allein auf den Kanarischen Inseln sind 27.000 Beschäftigte dieser Branche betroffen. Sie sind nach sechs Monaten Ungewissheit, sich ständig ändernden Vorschriften, unverständlichen Einschränkungen und angekün- digten Finanzhilfen, die nicht ankommen, mit ihrer Geduld am Ende. Und dies alles vor dem Hintergrund der offenbar fehlenden Sensibilität der kanarischen Regierung, die durch die Äußerung des Generaldirektors für das Kulturwesen, Rubén Pérez, unterstrichen wurde, die Betroffenen sollten sich an den Sozialdienst wenden.
Die Veranstaltungsbranche fordert die Schaffung eines Ausschusses und die umgehende Reaktivierung des Veranstaltungskalenders der öffentlichen Kulturbetriebe sowie eine offizielle Anerkennung der Branche als besonders von der Corona-Krise betroffenen und prioritären Wirtschaftssektor.
Prominente Unterstützung bekam die Protestaktion über die sozialen Netzwerke von bekannten Musikern und Sängern, unter vielen anderen Alejandro Sanz, Ana Torroja, Raphael, Jorge Drexler, Mónica Naranjo, Miguel Ríos und Rozalén. Auch Schauspieler, Comedians und kulturelle Einrichtungen wie das Teatro Cervantes in Málaga und die Stiftung Telefónica bekundeten ihre Solidarität mit der Branche.
Die Bewegung #WeMakeEvents hat die Betroffenen in allen Ländern, die sich der Initiative angeschlossen haben, zu einer weltweiten simultanen Protestaktion am 30. September, dem „Global Day“, aufgerufen.

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