Airlines müssen Duty-free-Waren gratis befördern


© Wochenblatt

Aena fordert auf, Anzeige zu erstatten

Bereits vor einigen Wochen hat die spanische Flughafenverwaltung Aena in allen Flughäfen Informationsschilder aufgestellt, die darauf hinweisen, dass die in den Flughafenläden erworbenen Waren, auch wenn sie nicht in das Handgepäck passen, kostenlos mitgenommen werden müssen.

Madrid – Für viele Reisende war das offenbar eine Überraschung, denn sie erkundigten sich an den Informationsschaltern von Aena, weshalb es einige Gesellschaften verbieten, mit solchen Einkaufstüten oder Paketen das Flugzeug zu besteigen oder eine Extragebühr dafür kassieren. Immer wieder werde gefragt, ob diese Bestimmung für alle Fluggesellschaften bindend sei.

Die Antwort der Verwaltung der spanischen Flughäfen ist eindeutig: Für alle Fluggesellschaften sind die Bestimmungen des spanischen Luftfahrtgesetzes verbindlich, dessen Artikel 97 besagt, dass der Transport von Handgepäck, insbesondere von Artikeln, die in den Geschäften des Flughafens erworben wurden, ausnahmslos in der Kabine zuzulassen sind und zwar kostenlos. Daher empfiehlt Aena den Passagieren, denen dieses Recht verweigert wird, Anzeige zu erstatten. Diesbezügliche Klagen erfolgen vorwiegend über Billig-Airlines, insbesondere über Ryanair, die in keinem Fall erlauben, mehr als ein Stück Handgepäck mit in die Kabine zu nehmen, auch wenn die Artikel in den Dutyfree-Shops des Flughafens erworben wurden. Die britische Gesellschaft begründet ihre Null-Toleranz-Politik damit, dass der Fluggast, wenn er sein Ticket erwirbt, auch die Geschäftsbedingungen akzeptiert. Der Passus über Handgepäck besage eindeutig, dass für ein zweites Handgepäckstück 50 Euro Gebühren zu entrichten sind. Diese Vorschrift, so der Sprecher von Aena, sei absolut illegal.

Im Zusammenhang mit dieser Aufklärungskampagne durch Aena hat der Verband der Verbraucher und Benutzer Cecu die zuständige Behörde – in diesem Fall die staatliche Agentur für Flugsicherheit – aufgefordert, die Inspektionen zu verstärken. Damit soll verhindert werden, dass die Fluggesellschaften die Ahnungslosigkeit der Passagiere ausnutzen, welche die geltenden Bestimmungen nicht kennen. „Einige Gesellschaften suchen Lücken in den Vorschriften, um Extragebühren von ihren Passagieren zu verlangen die annehmen, diese seien legal. „Daher ist es wichtig, dass mehr Prüfungen durchgeführt werden, denn man kann nicht darauf vertrauen, dass die Gesellschaften freiwillig die Vorschriften befolgen“, so der Sprecher von Cecu.




Über Wochenblatt

Das Wochenblatt erscheint 14-tägig mit aktuellen Meldungen von den Kanaren und dem spanischen Festland. Das Wochenblatt gilt seit nunmehr 36 Jahren als unbestrittener Marktführer der deutschsprachigen Printmedien auf den Kanarischen Inseln.