Afghanische Flüchtlinge landen auf spanischen Militärbasen

Präsident Pedro Sánchez begrüßt ein afghanisches Flüchtlingskind im Aufnahmezentrum für Evakuierte in Torrejón de Ardoz. Foto: EFE

Präsident Pedro Sánchez begrüßt ein afghanisches Flüchtlingskind im Aufnahmezentrum für Evakuierte in Torrejón de Ardoz. Foto: EFE

Madrid – In einem Telefongespräch am vergangenen Samstag haben US-Präsident Biden und der spanische Regierungschef Pedro Sánchez vereinbart, dass amerikanische Flugzeuge mit geretteten afghanischen Flüchtlingen auf den spanischen Luftwaffenstützpunkten Torrejón de Ardoz bei Madrid, Rota bei Cádiz und Morón de Frontera bei Sevilla, landen können.

Die beiden Staatsmänner haben 25 Minuten miteinander über die Lage in Afghanistan gesprochen. Es ging um die Evakuierung von Tausenden Bürgern des Landes, die für die USA und andere westliche Länder gearbeitet haben, nachdem Kabul in wenigen Tagen in die Hände der Taliban gefallen ist. Biden und Sánchez einigten sich nach Aussagen aus Regierungskreisen darauf, dass die Basen von Rota und Morón Afghanen aufnehmen, die für die USA gearbeitet haben, bevor sie auf andere Länder verteilt werden. Die US-Regierung ist auf der Suche nach alternativen europäischen Flughäfen, nachdem es in Dubai zu Engpässen gekommen war und Evakuierte nicht aufgenommen werden konnten.

Am gleichen Tag hatten die Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen und Charles Michel, der Präsident des Europarates, gemeinsam mit Pedro Sánchez das Camp beim Flughafen von Torrejón de Ardoz besucht, das mehr als 800 Personen aufnehmen kann. Die Luftwaffeneinheit für Notlagen hatte die Basis in ein Empfangszentrum für evakuierte afghanische Bürger umfunktioniert, die in den vergangenen Jahren für Länder der EU und Institutionen der Europäischen Union gearbeitet haben.

Biden hat die Führungsposition Spaniens bei der Suche nach internationaler Hilfe für Frauen und Kinder in Afghanistan gelobt sowie die Bereitschaft, gefährdete Afghanen vorübergehend aufzunehmen und ihnen Unterkunft zu bieten. Beide Staatsführer haben sich darauf geeinigt, sämtliche zur Verfügung stehenden Mittel einzusetzen, um die Evakuierung der afghanischen Mitarbeiter und ihrer Familien voranzutreiben, die der Verfolgung durch die Taliban ausgesetzt sein könnten.

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