77 Prozent sparen nicht fürs Alter


Spanier nicht gerade sparplanfreudig

77 Prozent der spanischen Bevölkerung treffen keine zusätzlichen Altersvorsorgemaßnahmen. Dennoch sind sie dem staatlichen Rentensystem deutlich misstrauisch gegen­übergestellt.

Madrid – Die Erhebung zum­­ Thema „Vorsorge und Sparverhalten angesichts erhöhter Lebenserwartung“ zeigt auf, dass die allermeisten Befragten keine Ahnung von Sparplänen im Hinblick aufs Alter haben und erstaunlicherweise 53 Prozent von ihnen keine Aufklärungsgespräche dazu wünschen. Praktisch alle Befragten haben zugegeben, der Gedanke an ein gemindertes Einkommen ab der Pensionierung verursache ihnen „Unbehagen“, weil ihnen klar ist, dass sie dann ihren Lebensstil zurückschrauben müssen.

Es handelt sich hier also um ein „Verhaltensproblem der Bürger“, wie Marketing-Direktor Ismael Vallés feststellt. Er unterscheidet vier Gruppen: diejenigen, die sich der Notwendigkeit von Rücklagen für das Alter gar nicht bewusst sind; diejenigen, die diese Notwendigkeit zwar erkennen, aber trotzdem nicht sparen; diejenigen, die sich vorgenommen haben, Rücklagen zu bilden, aber noch nicht damit angefangen haben, und schluss­endlich diejenigen, die bereits systematisch sparen.

In den Fragebögen treten dann auch große Widersprüche zutage. 75 Prozent der Befragten fanden es sehr wichtig, etwas für die Altersvorsorge zu tun. 37 Prozent stellten fest, dass ihr derzeitiges Sparverhalten nicht zur Erhaltung des Lebensstils im Alter ausreichen wird. Nur 39% sind der Ansicht, dass das staatliche Rentensystem für sie ausreichend ist.

Früh übt sich

Man könne gar nicht früh genug mit dem Sparen anfangen, so die Meinung von Esade-Marketing-Direktor Manuel Alfaro, „am besten direkt bei Eintritt ins Berufsleben“. Er spricht sich für eine Vermittlung von „Sparkultur“ in der Familie und in der Schule aus. Die Sparer der Gesellschaft haben dieses Verhalten von klein auf gelernt und eingeübt.

Tatsächlich erscheint den jungen Menschen der Eintritt ins Rentenalter – selbst wenn sie damit rechnen, mit knapp 58 Jahren pensioniert zu werden – so weit entfernt und so irreal, dass 69 Prozent zwar ihre Absicht erklären, „mal irgendwann“ einen Rentenplan abzuschließen, aber doch nicht schon jetzt. Nur 24 Prozent lassen sich auf Sparpläne und damit auf ein geringeres Budget zum Geldausgeben ein. Der Rest sieht überhaupt keine Notwendigkeit zum Sparen.




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