„400 Euro, wenn Du wieder die Schulbank drückst“


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Andalusien will jungen Arbeitslosen unter die Arme greifen

Das Problem an der Wurzel packen, scheinen sich die politischen Entscheidungsträger in der südspanischen Region Andalusien gesagt zu haben.

Jaén – Jedenfalls warteten sie kürzlich mit einem für Spanien bislang einzigartigen Konzept auf, um die Arbeitslosigkeit bei jungen Menschen zumindest einzudämmen. Wie Mar Moreno, die andalusische Ministerin für Präsidentschaftsangelegenheiten, in diesem Zusammenhang erklärte, plane die Junta, im nächsten Schuljahr junge Andalusier, die zu Hochzeiten des Bau-Booms ihre schulische Laufbahn abgebrochen haben, um auf dem Bausektor Geld zu verdienen und aufgrund der Krise arbeitslos geworden sind, wieder auf die Schulbank zurückzuholen.

Dafür sollen dreitausend Stipendien à 400 Euro monatlich bereitgestellt werden. Für ein Stipendium bewerben können sich junge Menschen zwischen 18 und 24 Jahren, die arbeitslos gemeldet sind und in irgendeiner Hinsicht finanzielle familiäre Verpflichtungen haben.

„Andalusien will das Talent und bessere Zukunftsperspektiven für diese jungen Leute wiedergewinnen, indem ihnen eine zweite Chance geboten wird“, meinte die Ministerin wörtlich und erklärte weiter, für ihre Regierung sei das Thema „Bildung“ eine „deutliche Priorität“. Das sei zwar kurzfristig gesehen nicht gewinnbringend, dafür umso mehr auf lange Sicht, ganz abgesehen davon, dass die positiven Folgen anhaltender und tiefgreifender für eine Gesellschaft seien.

In Andalusien verlassen 37% der Jugendlichen die Schule frühzeitig und ohne Abschluss. Die südspanische Region wird in dieser Hinsicht nur noch von den Balearen übertroffen. Durch das jetzt vorgestellte Projekt, so Mar Moreno, wolle die autonome Region einen ersten Schritt unternehmen, diese Tendenz umzukehren.




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