40% des Einkommens für Immobilienkauf


Der Traum vom eigenen Heim wird immer teurer

In Spanien gehört ab einem gewissen Alter der Kauf eines Eigenheims zum Leben wie beispielsweise Heiraten und Kinderkriegen. Bislang funktionierte dieses System auch ausgezeichnet, mit Unterstützung der Eltern, mehr oder weniger günstigen Hypotheken und ihrer Hände Arbeit kauften sich die spanischen Paare ihr Eigenheim, noch bevor sie sich das Jawort gaben.

Madrid – Seit einigen Jahren gerät dieses System jedoch immer mehr ins Wanken. Denn mit Beginn des Immobilien-Booms Anfang der 90er Jahre, der eine Preissteigerung in Lichtgeschwindigkeit mit sich brachte, werden die Opfer, die spanische Haushalte für den Kauf einer Immobilie aufbringen müssen, von Jahr zu Jahr größer.

Nach jüngsten Angaben der Banco de España müssen spanische Familien inzwischen für die Verwirklichung des Traums vom Eigenheim 39,2% des Brutto-Einkommens aufwenden. Im vergangenen Jahr lag der Durchschnitt noch bei 35,7% und 2003 bei 31,8%.

Dieser Prozentsatz stelle nicht nur einen neuen Rekord dar, heißt es diesbezüglich vonseiten der spanischen Notenbank. Er liege noch dazu inzwischen sechs Punkte über dem Maximalwert, den die Finanzinstitute für ratsam halten, um Finanzierungsproblemen aus dem Weg zu gehen.

Währenddessen lag die Preissteigerung auf dem Immobilienmarkt im vergangenen Jahr bei 12% und bei über 150%, wenn man den Wert von 1998 als Referenz nimmt.

Und dennoch: Im vergangenen Jahr wurden in Spanien 901.574 Immobilienobjekte für über 131 Milliarden Euro verkauft und gekauft, 6,2% mehr als 2004.




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