3,3 Mio. neue unbefristete Verträge

Die Arbeitsreform, die unter der Leitung der Arbeitsministerin Yolanda Díaz ausgearbeitet wurde, hat innerhalb kürzester Zeit Früchte getragen. Doch die Inflation überschattet diesen Erfolg. Foto: EFE

Die Arbeitsreform, die unter der Leitung der Arbeitsministerin Yolanda Díaz ausgearbeitet wurde, hat innerhalb kürzester Zeit Früchte getragen. Doch die Inflation überschattet diesen Erfolg. Foto: EFE

Dennoch wird die wirtschaftliche Lage als schlecht eingeschätzt

Madrid – Am 1. Januar 2022 trat die neue Arbeitsreform in Kraft. Eine der wichtigsten Maßnahmen, die den Arbeitnehmern Stabilität verleihen sollte, war die Bestimmung, dass befristete Verträge ausgeschlossen sein sollten. Sie sind seitdem nur noch unter bestimmten Umständen zulässig. Ein halbes Jahr nach Inkrafttreten der Arbeitsmarktreform sind einige ihrer Früchte unbestritten zu erkennen.

Im ersten Halbjahr 2022 wurden 3.281.858 unbefristete Verträge unterzeichnet. Und die Zahl ist von Monat zu Monat gestiegen: 783.595 neue Arbeitsverhältnisse im Juni, was ein absoluter Rekord für einen einzigen Monat ist. Von diesen fast 3,3 Millionen ­unbefristeten Arbeitsverträgen im ersten Halbjahr 2022, wurden etwas mehr als eine Million (1.069.190) im ersten Quartal und deutlich mehr als zwei Millionen (2.212.668) im zweiten Quartal unterzeichnet.

Auch die Zahl der bei der Sozialversicherung angemeldeten Personen ist in diesem Halbjahr um mehr als eine halbe Million gestiegen. Sie erhöhte sich von 19.824.911 am Ende des letzten Jahres auf 20.348.330, eine Zahl, die nie zuvor erreicht wurde. Und noch mehr gute Nachrichten: Die Zahl der Arbeitslosen ist mit 2.880.582 so niedrig wie seit Oktober 2008 nicht mehr.

In Spanien sind täglich zwei Daten präsent: Die guten Beschäftigungsdaten und die hohe Inflation. Die Beschäftigungszahlen sind jedoch in der Tat die wichtigsten guten Wirtschaftsdaten, welche die Regierung vorzeigen kann. Eine halbe Million Personen mehr bei der Sozialversicherung, die niedrigste Zahl von Arbeitslosen seit 14 Jahren, aber das wird von der Bevölkerung fast gar nicht wahrgenommen. Der Grund: Die hohe Inflation, das derzeit größte wirtschaftliche Problem Spaniens. Die Bürger haben an Kaufkraft verloren, und das spüren sie tagtäglich. In der öffentlichen Meinung überwiegen deshalb die negativen Auswirkungen der Inflation.

Diese negative Wahrnehmung in der Bevölkerung wird von der jüngsten veröffentlichten Umfrage des Zentrums für Sozialforschungen (Centro de Investigaciones Sociológicas, CIS) bestätigt. Die Ergebnisse der Umfrage vom Juni weisen auf diese Wahrnehmung der Bevölkerung hin: 65,7% der Befragten gaben an, dass ihre persönliche finanzielle Lage gut oder sehr gut ist, während gleichzeitig 69,1% derselben Befragten die allgemeine wirtschaftliche Lage als schlecht oder sehr schlecht einschätzen.

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