3-jährige Tochter als Strohmann eingesetzt


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Ein Transportunternehmer wurde in Barcelona wegen Sozialversicherungsbetrugs verhaftet

Barcelona – Der Nationalpolizei ist ein Schlag gegen vierzehn Firmengeflechte gelungen, die Sozialversicherungsbetrügereien in einer Gesamthöhe von über 18 Millionen Euro begangen haben. Im Rahmen der Polizeiaktion „Fregona“ (Wischmopp) wurden diese Straftaten aufgedeckt. Unter den Beschuldigten befindet sich auch ein Transportunternehmer aus Barcelona, der eine Firma, mit der er die spanische Sozialversicherung Seguridad Social mutmaßlich um 300.000 Euro betrogen hat, auf den Namen seiner dreijährigen Tochter angemeldet hatte.

Mitte 2018 hatte die Seguridad Social insgesamt 18 mutmaßliche Fälle von Betrug angezeigt. Obwohl zwischen den Verdächtigen keine Verbindung besteht, wurde gegen sie alle in ein und derselben Operation ermittelt, weil alle nach dem gleichen Muster vorgingen: Sie gründeten Unternehmen und zahlten die Sozialversicherungsbeiträge ihrer Mitarbeiter nicht. Wenn dann der Sozialversicherungsträger begann, wegen der ausstehenden Beiträge Druck auszuüben, erklärten sie die Firmen für insolvent und lösten sie auf. Zu diesem Zeitpunkt waren dann schon weitere Firmen gegründet worden, die bereitstanden, um die Mitarbeiter und die Kunden zu übernehmen und mit dem Betrug fortzufahren. Außerdem wurden Vermögensgesellschaften gegründet, an welche die Gewinne abgeführt wurden, um zu vermeiden, dass die Gelder blockiert werden konnten, wenn der Betrug aufflog. Insgesamt kam es in den letzten Wochen im Zuge der genannten Polizeioperation zur Verhaftung von 26 Personen, und gegen zehn weitere sind Verfahren wegen Betrugs eingeleitet worden.

Der Spediteur, der sein Kleinkind an die Spitze einer Firma setzte, die er für den Sozialversicherungsbetrug einsetzte, wird beschuldigt, der Seguridad Social 308.000 Euro vorenthalten zu haben. Zudem kam ans Licht, dass er seine Mitarbeiter ausbeutete, indem er sie mit Halbtagstätigkeiten anmeldete, sie aber bis zu vierzehn Stunden täglich arbeiten ließ. Dadurch konnte er die Preise seiner Konkurrenten unterbieten und hatte so viele Aufträge, dass er selbst Lkw-Fahrten übernehmen musste, obwohl man ihm den Führerschein entzogen hatte. Wenn er bei Verkehrsverstößen erwischt wurde, nutzte er die Identität ehemaliger Mitarbeiter, um diese Tatsache zu verschleiern.

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