2006 hat sich die Zahl der Baugenehmigungen an der Küste verdoppelt


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Greenpeace klagt an: 20% der Küste ist bebaut, 40% denaturalisiert und 40% ohne ausreichenden Schutz

In diesem Jahr wurde der Bau von 1,5 Millionen Wohnungen an der spanischen Küste genehmigt, doppelt so viel wie 2005. Das hat Greenpeace jetzt bekannt gegeben. Die Naturschutz-Organisation hat festgestellt, dass Valencia und Andalusien die Regionen sind, die ihre Küste am wenigsten schützen, was unkontrollierte Bebauung und die Konstruktion von Sporthäfen und Golfplätzen betrifft.

Madrid/Kanarische Inseln – Inzwischen sind 20% der Küste Spaniens bebaut, 40% bereits denaturalisiert. Nach Meinung der Organisation fehlt hier eine klare politische Aktion zum Schutz der Küste, denn auch die restlichen vierzig Prozent verfügen nicht über die notwendige Protektion.

„Zerstörung der Küste um jeden Preis“

In ihrer Studie „Destrucción a toda costa 2006“ zeigt Greenpeace auf, dass für dieses Jahr der Bau von 1.479.000 neuen Wohnungen, 303 Golfplätzen und 116 Sporthäfen oder die Erweiterung bereits vorhandener genehmigt worden sei. Außerdem werden 102 Fälle von urbanistischer Korruption aufgezeigt sowie 99 Gemeinden, wo verschmutztes Abwasser das Meer verseucht.

Maria José Caballero, bei Greenpeace für die Küste zuständig, hat in einer Presseerklärung mitgeteilt, dass in Valencia, Andalusien und Murcia mehr als 300.000 neue Wohnungen gebaut werden. Die Mehrzahl in urbanistischen Projekten zusammen mit Golfplätzen. Andere seien in Galicien genehmigt worden, welche die Naturzonen der Küste geradezu verunstalten. In den anderen spanischen Regionen sei der Rhythmus der Küstenbebauung eher als normal zu bezeichnen, doch bedeute das in vielen Fällen ebenfalls die Zerstörung von Küstenzonen.

Katalonien und das Baskenland haben weniger Bauvorhaben genehmigt, welche die Küste bedrohen, vielmehr gebe es Positives zu vermelden – gesetzliche Maßnahmen für ihren Schutz. Trotzdem sei Katalonien die spanische Region mit dem meisten Zement an der Küste.

„Die urbanistische Gesetzgebung der autonomen spanischen Regionen wird von den Promotoren und Konstrukteuren diktiert“, klagt Caballero. Mehr als hundert Anzeigen wegen urbanistischer Korruption liegen bei den verschiedenen Gerichten. 30 in Valencia, 21 in Andalusien und 17 in Asturien. Außerdem gibt es ein Dutzend pharaonischer Projekte in Murcia die zurzeit untersucht werden.

„Unhaltbar“

Im Hinblick auf die Kanarischen Inseln kritisierte die internationale Umweltschutzorganisation die „unhaltbare“ Entwicklung des Bebauungsmodells an der Küste. „Die Kanaren stehen vor einem schweren Erbe voller urbanistischer Illegalitäten und hoffnungsloser Überlastung an vielen Punkten der Küste, ohne dass die Behörden etwas gegen diese Situation unternehmen“, heißt es in dem Bericht wörtlich. Konkret ist nach Greenpeace-Angaben das bebaute Gebiet an der kanarischen Küste zwischen 1997 und 2001 um 54% gestiegen.




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