17 Cent für das Königshaus


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Umstrittener Haushaltsposten Monarchie

Verschiedene Abänderungsanträge zum Haushaltsentwurf 2014 fordern eine Senkung der Ausgaben für das Königshaus, die mit 7,78 Millionen Euro zu Buche schlagen.

Madrid – Obwohl dieser Haushaltsposten entsprechend einem vor vier Jahren begonnenen Reduzierungsprozess schon gestutzt wurde, gehen diese Einsparungen verschiedenen Oppositionsparteien nicht weit genug.

Die linke Gruppierung „Izquierda Plural“ möchte die Bezüge des Königshauses um 30% kürzen, was nach Berechnungen der Gewerkschaften dem Kaufkraftverlust der von Gehaltskürzungen betroffenen Beamtenschaft entsprechen soll.

Der Galicische Nationale Block schlägt eine Reduzierung um 25% vor. Die Fortschritts- und Demokratie-Union UPyD will das Budget um eine Million Euro stutzen. Die Republikanische Linke Kataloniens dagegen möchte den Haushaltsposten ganz abschaffen und dem König ein Gehalt ähnlich dem des Präsidenten zuweisen.

Der Sprecher der Regierungspartei PP, Juan Manuel Albendea, hält dagegen, dass im vorangegangenen Jahrzehnt, zuzeiten als die öffentlichen Ausgaben um 43% und die Lebenshaltungskosten um 30% stiegen, dem Königshaus nicht einmal 10% Erhöhung zugebilligt wurden. Keine andere öffentliche Institution sei bei der Finanzierung so ungünstig weggekommen. Auch sei es abwegig, den König auf ein Gehalt von 78.000 Euro jährlich setzen zu wollen. Das sei, als wollte man annehmen, dass der spanische Präsident mit seinem Gehalt den gesamten Regierungsbezirk der Moncloa finanzieren würde. Zudem sei dieser Haushaltsposten in der Spanischen Verfassung verankert.

Es sei die einfachste Sache der Welt, die Ausgaben für das Königshaus zu vertreten, fuhr Albendea fort. Die spanische Monarchie sei mit 7,78 Millionen Euro Jahresbudget von allen europäischen Königshäusern das sparsamste. Das britische Königshaus verfüge über ein Budget von 46,6 Millionen, das niederländische über fast 40 Millionen, das norwegische über 28 Millionen, in Dänemark und Schweden sind es 12. Sogar Luxemburg übertrifft Spanien mit mehr als acht Millionen Euro Jahresausgaben für den Großherzog. Und auch die Republiken seien teurer als die spanische Monarchie: Das Staatsoberhaupt kostet in Italien 228 Millionen Euro, in Frankreich 113, in Deutschland 20 und sogar in Portugal 16 Millionen.

Umgerechnet auf die 46,7 Millionen spanischen Bürger koste die Monarchie pro Kopf und Jahr nur 17 Cent.




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