155.000 neue Sozialversicherte im März


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Madrid – Allgemein wurde erwartet, dass sich spätestens im März ein Rückgang auf dem Arbeitsmarkt bestätigt. Doch allen schlechten Prognosen zum Trotz verzeichnete die Sozialversicherung sogar ein Plus von 155.104 neuen Beitragszahlern. Damit handelt es sich bei diesem um den drittbesten März seit Beginn der Datenerfassung. Darüber hinaus stieg die Zahl der Sozialversicherten auf 19.043.576, die höchste Zahl seit August 2008. Auch die Arbeitslosenzahl entwickelte sich positiv und ging um 33.956 Arbeitssuchende zurück.

Die Experten der Studienabteilung der BBVA-Bank und von Asempleo, dem Dachverband der großen Zeitarbeitsfirmen, hatten prophezeit, in diesem Jahr würde der März nicht von den für Ostern typischen Anstellungen der Hotellerie profitieren, weil Ostern auf Ende April falle. Doch ganz im Gegensatz zu diesen Voraussagen war es gerade die Hotellerie, die mit knapp 61.000 neuen Sozialversicherten unter den Branchen die neuen Beitragszahler im März anführte. Als nächster Sektor folgte das Bauwesen mit knapp 17.700 neuen Sozialversicherten. In allen Wirtschaftszweigen nahm die Beschäftigung zu, ausgenommen in der Landwirtschaft, wo ein Minus von 8.200 Beitragszahlern registriert wurde, nachdem die Olivenernte in Jaén abgeschlossen war.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat lag die Zahl der Sozialversicherten um knapp 3% höher. Bei gleichbleibendem Trend könnte Spanien in den nächsten Monaten den Höchststand der Sozialversicherten von Juli 2007 übertreffen.

Unter den weiblichen Beitragszahlern wurde der historische Höchststand von Dezember 2018 nun mit 8,84 Millionen übertroffen.

Auf dem Arbeitsmarkt ging die Zahl der als arbeitslos Gemeldeten um 34.000 zurück. Zwar handelte es sich bei dem Rückgang um eine positive Nachricht, doch ist das nur bedingt, denn die Studien hatten einen höheren Rückgang, etwa um 43.000 Arbeitssuchende vorausgesagt.

Doch gibt es auch eine negative Nachricht vom Arbeitsmarkt im März zu vermelden. Bereits im Februar gab es weniger neue Festanstellungen als ein Jahr zuvor. Im März wurden sogar 7% weniger neue feste Arbeitsverhältnisse registriert als im Vorjahresmonat. Arbeitsministerin Magdalena Valerio führte die zurückgehenden Festanstellungen auf den Wegfall bestimmter Förderungsmaßnahmen zurück.

Die Gewerkschaften wiesen auf die zeitliche Befristung vieler Arbeitsverhältnisse hin. „Die im März geschaffenen Stellen sind wieder mal zeitlich befristet und hängen von saisonal bedingten wirtschaftlichen Tätigkeiten ab“, erklärte die Gewerkschaft UGT. Die Arbeitnehmervertreter fordern die Abschaffung der Arbeitsrechtsreformen, die zur Bewältigung der Wirtschaftskrise be­schlossen worden waren.

Der Unternehmerverband CEOE dagegen hält die Zahlen für positiv und ließ verlauten, für eine Aufrechterhaltung der Tendenz sei es von großer Bedeutung, dass die Unternehmen nicht mit zusätzlichen Abgaben belastet werden.




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