Rückblick: Ausgabe vom 7. November 1988


Die wichtigste Nachricht vor 30 Jahren

Während man heutzutage dank des Fernsehens, terrestrisch oder per Satellit, unter unzähligen regionalen, nationalen sowie Sendern aus aller Welt wählen kann, war es noch vor dreißig Jahren der größte Wunsch der Menschen hier auf den Inseln, einen autonomen Fernsehsender zu haben. Sie wollten nicht mehr vom Festland aus mit Nachrichten versorgt werden. Spätestens bis 1990 werde es Kanarisches Fernsehen geben, hatte dann auch die Kanarenregierung versprochen. Doch auch schon vor dreißig Jahren waren die Eifersüchteleien zwischen den beiden kanarischen Provinzen Las Palmas de Gran Canaria und Santa Cruz de Tenerife an der Tagesordnung. Und so stand dann gleich das Problem im Raum, in welcher der beiden Provinzhauptstädte denn der Sender seinen Sitz haben sollte. Denn immer, wenn sich eine wichtige Behörde oder öffentliche Einrichtung auf dem Archipel niederlassen sollte, begannen die Diskussionen über den Standort auf der einen oder anderen Insel. Im Fall des Fernsehsenders wurde schließlich ein salomonisches Urteil gefällt: Studios und Sendeeinrichtungen sollten auf einem Schiff von mindestens hundert Metern Länge installiert werden, das periodisch in Santa Cruz oder Las Palmas liegen konnte. Wie viele andere „ausgefallene Ideen“ dieser Zeit wurde sie am Ende dann doch nicht realisiert.

In unserer Ausgabe vom 7. November 1988 berichteten wir bereits detailliert über die geplante Sendezeit und die Gestaltung des Programms. Zunächst sollte mit einer Sendezeit von fünf Stunden begonnen werden. Nachrichten und Sportübertragungen, insbesondere von kanarischen Mannschaften und Sportlern, sollten den Vorrang haben, und es sollte auch ein Film oder ein internationales Programm gesendet werden.

Die Nachricht: Bis 1990 wird es auf den Kanaren autonomes Fernsehen geben

Noch bevor das Jahr 1989 zu Ende geht, wird auf dem Kanarischen Archipel ein neuer autonomer Fernsehsender seine Tätigkeit aufnehmen. Dieses Projekt der kanarischen Regierung ist in den letzten Monaten stark vorangetrieben worden und wurde bei seinem letzten Besuch in Madrid erneut von Präsident Fernando Fernández auf den Tisch gebracht. Es gibt sogar schon eine Idee für die Eröffnungssendung. Da soll nämlich die erste Folge der Fernsehserie „Oceano“ gezeigt werden, die der Star-Regisseur Bernardo Bertolucci (er bekam in diesem Jahr 8 Oscars für seinen Film „Der letzte Kaiser“) nach der Novelle des hiesigen Autors Alberto Vázquez Figueroa drehen will.

Die kanarische Regierung rechnet damit, dass der autonome kanarische Sender jährlich rund eine Milliarde Peseten Verlust machen wird. Sie hält diese Ausgabe jedoch für vertretbar, zumal achtzig Prozent der Bevölkerung der Kanaren einen eigenen regionalen Sender verlangen.

Der Sitz des Senders, das Schiff, wird etwa 250 bis 300 Millionen Peseten kosten und auf der kanarischen Werft ASTICAN für diesen Zweck hergerichtet werden. Darauf wird eine Nutzfläche von 5.000 bis 6.000 qm zur Verfügung stehen. Zusätzlich sollen jedoch „an Land“, in Las Palmas und Santa Cruz, zwei kleine Studios eingerichtet werden.

Wie aus Kreisen der kanarischen Regierung zu erfahren war, bereitet die juristische Abteilung einen Vertrag mit dem „König“ der privaten europäischen Fernsehsender, Silvio Berlusconi, vor, dessen Unternehmen Sendungen für die autonomen Sender Galiciens, Kataloniens und die Kanaren produzieren soll. Präsident Fernández wird in Kürze nach Rom reisen, um den endgültigen Vertrag zu unterzeichnen.





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