Rückblick: Ausgabe vom 3. März 1988


Foto: WB

Dass der Klimawandel weltweit seine schrecklichen Auswirkungen mit Dürreperioden, Feuersbrünsten, Überflutungen, Kälteeinbrüchen etc. zeigt, ist wohl absolut nicht mehr anzuzweifeln. Auch die schweren Unwetter, welche die Kanarischen Inseln in den letzten Februartagen heimsuchten, hängen sicherlich mit diesem Phänomen zusammen. Doch auch vor dreißig Jahren erlebten die Inseln um diese Jahreszeit schwere Unwetter mit schlimmen Folgen, Toten und Verletzten.

So berichtet der Aufmacher unserer Ausgabe vom 3. März 1988 über drei Todesopfer und über schwere Zerstörungen, wie den Einsturz einer Brücke, die ein Unwetter vor allem auf Teneriffa, La Palma, La Gomera und El Hierro hinterlassen hat. Auf El Hierro stürzte eine junge Familie mit dem Auto in eine Schlucht, als die Fluten eine Brücke zum Einsturz gebracht und eine Straße weggerissen hatten.

In unserer Ausgabe vom 3. März 1988 berichteten wir über die heftigen Regenfälle, die über dem kanarischen Archipel niedergegangen sind, sowie von starken Schneefällen in den Bergen von Teneriffa und sogar auf Gran Canaria. In der Gemeinde Güímar auf Teneriffa mussten viele Familien ihre Häuser verlassen, weil der Regen durch die Dächer strömte, und sie einzustürzen drohten. Im örtlichen Schulgebäude fanden die Menschen vorübergehend Unterschlupf.

Die Nachricht: Auto stürzte auf El Hierro in eine Schlucht – drei Tote

Der Albtraum eines jeden Autofahrers: Plötzlich ist die Straße weg, nur gähnende Leere tut sich vor dem Fahrzeug auf, die Räder greifen ins Leere… Genau das ereignete sich am vergangenen Wochenende auf der Insel El Hierro, als ein junges Ehepaar mit seiner zweijährigen Tochter im Auto unterwegs war und anderntags das Flugzeug nach Teneriffa nehmen wollte. Die ungewöhnlich heftigen Regenfälle haben offensichtlich die Fundamente der Brücke über den Barranco Taguacinte

gelockert. Die Brücke brach weg, und statt sicherer Straße gibt es nur noch ein riesiges Loch – eine tödliche Falle. Die Überreste des Fahrzeugs und die Leiche des Fahrers sind inzwischen entdeckt worden. Von seiner Frau und der kleinen Yamara fehlte trotz intensiver Suche bei Redaktionsschluss jegliche Spur. In Güímar auf Teneriffa durchdrang der heftige Regen zahlreiche Hausdächer und drohte, die Gebäude unter Wasser zu setzen. Von der Gemeinde wurde der Alarmzustand ausgerufen und die Bewohner im Schulgebäude der Gemeinde untergebracht. Auch die Inseln La Palma und La Gomera wurden durch das Unwetter schwer in Mitleidenschaft gezogen. Zahlreiche Straßenverbindungen sind unterbrochen. Insbesondere auf La Gomera sind an den Straßen schwere Schäden entstanden. Außer dem tragischen Unglück von El Hierro mit drei Toten sind glücklicherweise keine weiteren Opfer zu beklagen.




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