Rückblick: Ausgabe vom 14. Juli 1989


Die wichtigste Nachricht vor 30 Jahren

Die Preise für Treibstoff waren schon immer ein wichtiger Faktor für die Entwicklung der Wirtschaft und der Lebenshaltungskosten der Bürger. Damals wie heute waren die Benzinpreise ein Reizthema, wenn auch die Größenordnung – der Preisunterschied, gewaltig ist. Und so war eine Preiserhöhung für Benzin von sage und schreibe 16 Prozent ein echter Aufreger und eine wichtige Meldung in unserer Ausgabe vom 17. Juli 1989. Besonders waren die Bürger jedoch über die Tatsache empört, dass der Preisanstieg hier auf den Inseln acht Peseten betrug und damit doppelt so hoch ausgefallen war, wie auf dem spanischen Festland. Hier mussten nämlich nicht nur die erhöhten Weltmarktpreise und der Dollarkurs abgefangen werden, sondern vor allem das hohe Defizit der kanarischen Treibstoffgesellschaft CEPSA, das sich bereits seit Jahresbeginn angesammelt hatte.

In unserer Ausgabe vom 14. Juli 1989 berichteten wir darüber, dass sich die Treibstoffpreise in ständiger Bewegung befanden und führten auch die seinerzeit aktuellen Preise auf. Ein Liter Superbenzin kostete damals 58 Peseten (zuvor 50 Pts.) Normalbenzin 53 Peseten (zuvor 45 Pts.) und Diesel kostete 43 Peseten pro Liter.

Die Nachricht: Die Benzinpreise stiegen auf den Kanaren um acht Peseten

Anfang Juli wurde nicht nur auf den Kanarischen Inseln sondern auf dem gesamten spanischen Staatsgebiet die bereits mehrfach angekündigte Benzinpreiserhöhung durchgeführt. Doch während auf den Festland die Preiserhöhung bei fünf Peseten lag, mussten die Canarios eine Erhöhung von acht Peseten hinnehmen. Die ständige Bewegung des Rohölpreises sowie die weltweite Wirtschaftskrise der Siebzigerjahre haben auf den Kanaren zu insgesamt 42 Benzinpreisveränderungen in den letzten 18 Jahren geführt. Fünfmal wurden in der Zeit von Februar 1983 bis zum Juni letzten Jahres aufgrund der fallenden Weltmarktpreise Preissenkungen durchgeführt. Obwohl eine Preiserhöhung schon seit längerer Zeit anstand, ist diese Maßnahme, vor allem wegen ihrer Höhe, mit Protest aufgenommen worden. Eine 16-prozentige Preissteigerung wird hier auf den Inseln, wo es keine Alternative zum Auto gibt, in allen Sektoren zu Buche schlagen und sich negativ auf die Entwicklung auswirken, die ohnehin schon erheblich unter dem nationalen Durchschnitt liegt. In diesem Zusammenhang wird von den Kommentatoren immer wieder darauf hingewiesen, dass der Steuerzuschlag seinerzeit  geschaffen wurde, um ein Polster anzulegen, mit dem Preisschwankungen ausgeglichen werden können, ohne dass Preiserhöhungen stattfinden müssen. Leider haben die jeweiligen Regierungen diesen speziellen Zweck der Treibstoffsteuer schnell vergessen und sie schon seit mehreren Jahren fest in den jeweiligen Etat eingeplant.

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Das Wochenblatt erscheint 14-tägig mit aktuellen Meldungen von den Kanaren und dem spanischen Festland. Das Wochenblatt gilt seit nunmehr 36 Jahren als unbestrittener Marktführer der deutschsprachigen Printmedien auf den Kanarischen Inseln.

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