Rückblick: Ausgabe vom 1. April 1988


Foto: WB

Die wichtigste Nachricht vor 30 Jahren

Schon vor dreißig Jahren haben wir die Gelegenheit genutzt, um die Leser in den April zu schicken, wenn der Erscheinungstag unserer Zeitung auf einen ersten April fiel. Das war am 1. April 1988 der Fall, als unsere erste Aprilausgabe herauskam. Damals versuchten wir unseren Lesern mit zahlreichen Detailschilderungen weiszumachen, dass die Seilbahn auf den Teide demontiert wird, nachdem die Umweltschützer eine entsprechende Forderung durchsetzen konnten. „Der Teide, Wahrzeichen von Teneriffa, darf nicht länger durch diese schreckliche Seilbahn verschandelt werden“ oder „ Unser Vater Teide darf nicht sterben“ – „Freiheit für den Teide“ oder „Spaniens größtes Mahnmal für die fortschreitende Umweltzerstörung, bald ist es zu spät“ sollten nach unserem Bericht vom ersten April die Leitsprüche der Umweltaktivisten angeblich gelautet haben und als das Tüpfelchen auf dem i dieser „Sensationsmeldung“ hieß es: „Nach Schätzungen aus dem Jahr 1985 waren schon 30 Tonnen Steine vom Teide verschwunden“. Und der Kommentar der Verantwortlichen soll gelautet haben: „Klar ist es verboten, Steine vom Teide mitzunehmen, aber wir können nicht jeden Touristen einer Leibesvisitation unterziehen, um festzustellen, ob er vielleicht Steine vom Teide mitgenommen hat“.

In unserer Ausgabe vom 1. April 1988 hatten wir nicht mit Details gespart, um den Lesern unseren Aprilscherz glaubhaft zu machen. So hatten wir behauptet, es hätten beispiellose Protestaktionen wie Sitz- und Hungerstreiks vor der kanarischen Umweltbehörde stattgefunden. Dabei wären drei der Protestler zusammengebrochen und ins Krankenhaus gekommen.

Die Nachricht: Proteste der Umweltschützer haben endlich Erfolg gezeigt – Teideseilbahn wird abgebaut

„Ein großer Erfolg“, freut sich der Chef der Umweltschutzbewegung Energicos Luchadores por la Conservation del Medio Ambiente de Tenerife ELCOMAT (Energische Kämpfer für den Umweltschutz auf Teneriffa) über die Entscheidung der kanarischen Regierung, nun zum Abbau der Teideseilbahn zu schreiten. Wie die Umweltschützer erklären, ist dies ihr erster großer Erfolg, denn alle sonstigen Aktionen für saubere Strände, Reinhaltung der Bergwelt von Teneriffa und schärfere Kontrollen  für Autos, die bisher mehr oder weniger im Sande verlaufen sind.

Der Erfolg gibt den energischen Umweltschützern recht. Seit Jahren laufen Proteste wegen der fortschreitenden Zerstörung des Teide. Die riesigen Menschenmassen, die sich Tag für Tag aus der Seilbahnstation auf den Teide ergießen, haben eine deutliche Spur hinterlassen: Es häufen sich die Abfälle. Kein Wunder also, dass die Regierung nun den Forderungen der Umweltschützer nachkommen wird. Denn wenn das so weitergeht, ist der Teide bald nicht mehr stolze 3.717 Meter hoch, und Spanien möchte seinen höchsten Berg nicht schwinden sehen. In Zukunft heißt es also: Wer auf den Teide hinaufwill, muss das zu Fuß schaffen, oder sich mit dem Blick von unten begnügen.




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