Der Saal L von La Recova beherbergt diese Ausstellung, die Risografie und Buchdruck als künstlerische Ausdrucksformen untersucht, bei denen Zufall und Unvollkommenheit neue Formen des Schaffens hervorbringen.
Santa Cruz de Tenerife, 31. März 2026. – Die Stadtverwaltung von Santa Cruz de Tenerife hat über die Autonome Kulturbehörde (OAC) letzte Woche die Ausstellung „ERRATA. Modus operandi“, ein künstlerisches Projekt, das bis zum kommenden Sonntag, dem 10. Mai, in der Sala L von La Recova zu sehen ist und von den Kollektiven Tipos en su tinta und Reset Risografik initiiert wurde, zwei Initiativen, die von Teneriffa aus im Bereich der grafischen Forschung und des künstlerischen Experimentierens tätig sind.
Über die Ausstellung „ERRATA. Modus operandi“
Die Ausstellung bietet einen zeitgenössischen Blick auf den Fehler als Ausgangspunkt für das Schöpferische. Mithilfe von Techniken wie Risografie und Buchdruck – materiellen, taktilen und oft unvollkommenen Verfahren – untersucht die Ausstellung die Beziehung zwischen Absicht und Zufall, Methode und Spiel. Angesichts der Perfektionsstandards und der Unmittelbarkeit des Digitalen setzt sich „ERRATA“ für den Zufall, das Experimentieren und den handwerklichen Prozess als Freiräume innerhalb der künstlerischen Praxis ein.
Der Bürgermeister von Santa Cruz, José Manuel Bermúdez, betont: „Santa Cruz setzt weiterhin auf innovative kulturelle Projekte, die zum Nachdenken anregen, und diese Ausstellung schlägt vor, den Blick auf den Fehler zu verändern und ihn als Chance zu verstehen, auch im kreativen Bereich.“
Der Kulturdezernent Santiago Díaz Mejías betont seinerseits, dass „diese Ausstellung an aktuelle Strömungen im Design und in der zeitgenössischen Kunst anknüpft, die den Wert des Handwerklichen und Experimentellen wiederentdecken. Zudem bringt sie dem Publikum den kreativen Prozess näher und zeigt, dass hinter jedem Werk Proben, Intuition und Entdeckungen stehen“.
Fehler als Chance zur Kreation
Die versammelten Werke gehen von der Idee aus, dass Fehler weder verborgen noch korrigiert werden sollten, sondern als Chance begriffen werden müssen, neue kreative Wege zu erschließen. Verläufe von Tinte, verschobene Buchstaben und unvollkommene Drucke erzeugen neuartige visuelle Sprachen und erweitern die Ausdrucksmöglichkeiten des Grafikdesigns. In diesem Sinne bietet die Ausstellung einen fruchtbaren Raum, in dem Kontrolle außer Kraft gesetzt wird und das Unerwartete zum Werkzeug der Schöpfung wird.
Die Künstler
Tipos en su tinta wurde 2013 in Santa Cruz de Tenerife von den Grafikdesignern und bildenden Künstlern Matthias Beck und Lars Petter Amundsen gegründet und ist ein Experimentierraum, der durch Workshops, Begegnungen und Kurse auch der Öffentlichkeit offensteht. Ihre Arbeit konzentriert sich auf die Suche nach neuen visuellen Sprachen mittels der traditionellen Technik des Buchdrucks, wobei sie die Möglichkeiten des Materials, der Maschinen und des Prozesses ausloten.
Im Laufe ihrer Karriere haben sie Projekte entwickelt, die die Grenzen des Grafikdesigns erweitern, und nahmen zudem an internationalen Treffen und Residenzen teil sowie erhielten verschiedene nationale und internationale Auszeichnungen.
Reset Risografik ist ein Risografie-Atelier, das 2020 im Rahmen des Design-Studiengangs an der Universität von La Laguna vom Grafikdesigner und Dozenten Javier Cabrera gegründet wurde. Dieser Raum verbindet die Ausbildung von Design- und Kunststudierenden mit der grafischen Produktion von Künstlern, Illustratoren und Designern aus Teneriffa.
Seine Methodik basiert auf dem Experimentieren mit Farbe, Raster, fotografischem Halbton und zufälliger Überlagerung, wobei unerwartete, unvollkommene und äußerst ausdrucksstarke Ergebnisse angestrebt werden. Darüber hinaus bildet es zusammen mit dem Siebdruck einen der zentralen Schwerpunkte des Tenerife Creative Camp, das jedes Jahr im Juni an der Fakultät für Bildende Künste stattfindet.
Ein immersiver Rundgang
Die Ausstellung wird durch einen immersiven Rundgang ergänzt, der es den Besuchern ermöglicht, nicht nur die fertigen Werke, sondern auch Druckproben, Matrizen, Skizzen und Arbeitsmaterialien kennenzulernen, wodurch der kreative Prozess und die Rolle des Zufalls in der zeitgenössischen Kunstpraxis hervorgehoben werden.
Mit dieser Initiative bekräftigt die Stadtverwaltung ihr Engagement für ein vielfältiges und zeitgenössisches Kulturprogramm, fördert den Dialog zwischen Tradition und Innovation und bringt dem Publikum neue Formen des Schaffens näher. [Ayto. Santa Cruz de Tenerife]





