Massenflucht aus Hoya Fría


Archivbild des Ausländer-Internierungszentrums (CIE) Hoya Fría. Foto: EFE

Gleich zweimal innerhalb einer Woche flüchteten große Gruppen von Migranten aus dem Internierungszentrum

Teneriffa – Anfang August kam es im Internierungszentrum für Ausländer mit ungeklärtem Aufenthaltsstatus (CIE) in Hoya Fría gleich zweimal in Folge zur Flucht einer ganzen Gruppe von Migranten.

Am Samstag, dem 3. August, versuchten 24 Insassen des Zentrums, sich der staatlichen Verwahrung zu entziehen, indem sie einen Transport zum Zwecke der Erledigung verschiedener behördlicher Formalitäten nutzten, um aus dem Eingangsbereich des CIE wegzulaufen, viele in Strandlatschen oder barfuß. Zehn von ihnen konnten schon kurz darauf wieder aufgegriffen werden. Sechs weitere wurden zwei Tage später gefunden und zurückgebracht. Am 6. August wurden zwei der Flüchtigen aufgegriffen, die es bis nach Gran Canaria geschafft hatten. Sie hatten sich im Wohnwagen eines Urlaubers versteckt und wurden am Kontrollposten des Hafenausgangs entdeckt, weil der Kopf eines der Gesuchten im Innenbereich des Campers sichtbar war.

Vier Tage darauf, am 10. August, entkamen erneut 13 Migranten. Sie hatten einen  Wachwechsel genutzt, um ein Außengitter herauszureißen. Zwei wurden direkt im Anschluß an der Flucht gehindert, wobei sich ein Beamter und einer der Migranten leicht verletzten. In den darauffolgenden Tagen gelang es, weitere Geflüchtete ausfindig zu machen, doch insgesamt neun der 37 Entkommenen wurden bisher nicht wieder festgesetzt.

Das CIE in Hoya Fría ist das einzige Migranten-Zentrum der Kanaren. Zwei weitere in Barranco Seco auf Gran Canaria und El Matorral auf Fuerteventura sind zurzeit geschlossen. Bei den Insassen handelt es sich nicht um Straftäter, die CIEs dienen vielmehr dazu, unberechtigt eingereiste Ausländer maximal 60 Tage lang festzuhalten, um die Identität festzustellen und sie ggf. in ihre Herkunftsländer zurückzuführen oder ein Asylverfahren zu eröffnen. Im Jahr 2018 benötigten die kanarischen Behörden im Schnitt 34 Tage, um den Status der internierten Migranten zu klären. Sechs von zehn wurden in ihre Heimatländer zurückgeführt. Das Zentrum in Hoya Fría besteht seit 2003 und hat 250 Plätze. Zur Zeit der großen Migrantenwellen war es oft überbelegt, heute befinden sich meist nur wenige Dutzend Migranten dort. Massenfluchten, wie in den vergangenen Wochen, sind in Hoya Fría bis dato noch nicht vorgekommen.

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