Ansturm der Spitzenkandidaten


Pedro Sánchez (PSOE) vereinte am 13. April 1.400 Anhänger in Arona. Foto: EFE

Innerhalb weniger Tage besuchten die Parteivorsitzenden von PP, Cs, PSOE und Podemos die Kanaren

Fotos: EFE

Kanarische Inseln – Zwischen dem 3. und dem 14. April gaben sich die Kandidaten der größten Parteien auf nationaler Ebene auf den Kanarischen Inseln praktisch die Klinke in die Hand. Pablo Casado (PP), Albert Rivera (Ciudadanos), der amtierende Präsident Pedro Sánchez (PSOE) und Pablo Iglesias warben medienwirksam um die Stimmen der Bevölkerung. Alle vier richteten ihre Aufmerksamkeit auf die immer noch Unentschlossenen, deren Anteil auf dem Archipel laut einer Umfrage des CIS mit 45% besonders hoch ist. Immerhin stehen der Region 15 Sitze im Abgeordnetenhaus zu.

Noch vor dem offiziellen Beginn des Wahlkampfes, dem 12. April, stattete als Erster Pablo Casado, Parteivorsitzender der PP, am 3. April Teneriffa, La Palma und Gran Canaria, am Tag danach Lanzarote einen Besuch ab. Auf Teneriffa hielt er eine Rede in der Zentrale des Astrophysikalischen Instituts der Kanaren (IAC) in La Laguna. Dabei hielt er dem sozialistischen Regierungschef Pedro Sánchez vor, sich nicht um die Kanaren gekümmert zu haben, während unter der Regierung von Mariano Rajoy (PP) beispielsweise die Anhebung des Residentenrabattes auf 75% beschlossen worden sei. Casado schlenderte durch die Altstadt von La Laguna und ließ sich die Kathedrale zeigen, um dann zum Weiterflug nach Gran Canaria zu eilen.

Albert Rivera, Parteivorsitzender von Ciudadanos, kam am 10. April nach Gran Canaria und Teneriffa, wo er sich zunächst mit Vertretern venezolanischer Vereinigungen im einem Hotel traf, um dann auf der Plaza de la Candelaria eine ähnliche Rede zu halten, wie am Morgen in Las Palmas. Rivera forderte seine Anhänger auf, das Land zu verändern, das mit Pedro Sánchez keinen guten Weg eingeschlagen habe. Er versprach, als Präsident sich für die jugendlichen Arbeitslosen, die Unternehmer, die Freiberufler und die Venezolaner einzusetzen.

Mit besonderer Spannung war der Besuch von Präsident Pedro Sánchez (PSOE) erwartet worden, nachdem Regionalpräsident Fernando Clavijo – unterstützt von den Gewerkschaften und drei Parteien – Sánchez um ein persönliches Treffen über die Verwendung des Haushaltsüberschusses für die öffentlichen Dienste (s.S.3) per öffentlichem Anschreiben ersucht hatte. Pedro Sánchez trat sehr siegessicher auf. Er vereinte am 13. April 1.400 Anhänger im Magma-Kongresszentrum in Arona und am Folgetag, nach einer Stippvisite auf La Palma, weitere 2.000 Parteimitglieder in Las Palmas de Gran Canaria. Der Präsident zählte auf, was seine Regierung alles für die Kanaren getan habe, doch dem kanarischen Regionalpräsidenten blieb er eine Antwort schuldig. Er sagte nur zu, ein Kabinettstreffen auf den Kanaren abzuhalten.

Podemos-Vorsitzender Pablo Iglesias sagte auf einer Wahlkampfveranstaltung in Las Palmas den großen Stromversorgern den Kampf an, warf ihnen Oligarchie und Marktmanipulation vor.

Ana Oramas (CC) kritisierte das plötzliche Interesse der Kandidaten an den Kanaren. Man müsse sich über den Wahlkampf hinaus für die alltäglichen Probleme der Einwohner interessieren, forderte sie. Sánchez warf sie vor, nicht einmal die strittige Verwendung des Haushaltsüberschusses und die ausstehenden 945 Millionen Euro aus den Straßenbauabkommen erwähnt zu haben.

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