„Handbuch des Widerstands“


Spaniens Präsident Pedro Sánchez. Foto: EFE

Präsident Pedro Sánchez veröffentlichte ein Buch unter diesem Titel

Madrid – Zum ersten Mal im der Geschichte der spanischen Demokratie hat ein Regierungschef während seines Mandats ein Buch veröffentlicht und zwar nur ein halbes Jahr, nachdem er das Amt übernommen hat. Seit dem 19. Februar ist „Manual de Resistencia“ im Handel. Doch weder die Regierung noch der Verlag Grupo Planeta haben bislang die Frage beantwortet, ob Sánchez dafür ein Honorar erhalten hat. „Auf diesen Seiten, auf denen sich politische Betrachtungen, Aktion, Verrat und Courage vermischen, entdeckt der Leser die unbekannte Seite des Präsidenten der Regierung“, ist im Präsentationstext zu lesen.

In seinem Buch beschreibt Sánchez seinen Weg, seit er 2014 Generalsekretär der sozialistischen PSOE wurde, bis zu seinem Eintritt in den Regierungspalast Moncloa. Dieser Weg sei ein Prozess der persönlichen Widerstandsfähigkeit gewesen, heißt es in der Zusammenfassung. Der größte Teil des Buches sei vor dem Eintritt im die Regierung entstanden und nur in einigen Punkten aktualisiert worden, verlautete aus dem Staatssekretariat. Für weitere Auskünfte wurden die Medien an den Verlag verwiesen.

Es ist die erste Arbeit, die Sánchez unter dem eigenen Namen herausgibt. Zuvor hatte er gemeinsam mit Carlos Ocaña ein Buch mit dem Titel „Die neue Wirtschaftsdiplomatie“ verfasst. Ein Thema, mit dem er sich auch in seiner Doktorarbeit befasst hat.

Bei Fragen über den Inhalt des Buches hält sich der Verlag verschlossen. Der bleibe bis zur Veröffentlichung geheim, hieß es von dort. Doch in der Ankündigung heißt es sehr klar, das Buch berichte über die Erfahrungen des Präsidenten.

In Spanien gibt es keine Unvereinbarkeit mit dem Amt, wenn ein Regierungsmitglied ein Buch veröffentlicht. Das entsprechende Gesetz aus dem Jahr 2015 besagt, Angestellte des Staates könnten ihre Aufgaben mit Aktivitäten kombinieren, die sich mit literarischen, künstlerischen, wissen-

schaftlichen oder technischen Tätigkeiten und deren Veröffentlichungen befassen.

Trotzdem ist die Empörung in der Opposition groß. „Sánchez nutzt die Gelegenheit, um Kasse zu machen“, wetterte ein Sprecher der PP. Übrigens habe er für das Buch denselben „Neger“ benutzt, wie für seine Doktorarbeit.

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