Es ist noch nicht lange her, dass behauptet wurde, ein Mitglied der Königsfamilie müsse sich niemals auf die Anklagebank setzen und noch weniger eine Tochter oder Schwester des spanischen Königs. Einige wollten aus sicherer Quelle wissen, dass es ein Abkommen zwischen Richtern und Staatsanwälten gibt, die sich der politischen Macht und den Institutionen beugen müssten.
Staatsanwalt fordert hohe Haftstrafe für Ex-Wirtschaftsminister Rodrigo Rato
Rodrigo Rato ist tief gefallen. Er war Wirtschaftsminister und Vizepräsident Spaniens unter José María Aznar, nach Horst Köhler und vor Dominique Strauss-Kahn Präsident des Internationalen Währungsfonds sowie Präsident der Caja Madrid und der aus deren Zusammenschluss mit sechs weiteren Geldinstituten hervorgegangenen Bankia, die 2012, zwei Jahre nach ihrer Gründung, im Zuge der Bankenrettung verstaatlicht wurde.
Kein Dank an Artur Mas
Am 12. Januar erschienen in den Öffentlichen Gesetzblättern Spaniens (BOE) und Kataloniens (DOGC) die Königlichen Dekrete, welche das Ausscheiden von Artur Mas aus dem Amt des katalanischen Regionalpräsidenten und seine Nachfolge durch Carles Puigdemont amtlich machten. In den von König Felipe VI. und Präsident Mariano Rajoy unterzeichneten Dekreten wurde auf die sonst übliche Formel „ihm seine geleisteten Dienste dankend“ verzichtet.
Regierungsbildung weiter schwierig
Am 13. Januar eröffnete der neue Parlamentspräsident Patxi López vor dem Plenum des Abgeordnetenhauses eine „ungewisse“ Legislaturperiode. Tatsächlich erweist sich bereits die Regierungsbildung als schwierig. Die Verhandlungen zwischen PP und PSOE über eine große Koalition sind bislang gescheitert.
Rastalocken und ein Baby bei der Vereidigung
Die Art und Weise, wie einige der neuen Abgeordneten der linkspopulistischen Podemos in das Parlament eingezogen sind und dort ihren Eid ablegten, haben zu heftigen Diskussionen bei den alteingesessenen Parlamentariern, in den Medien und in der spanischen Gesellschaft geführt.
Gesprächsrunden mit 15 Parteien
Um einen Ausweg aus der verfahrenen Situation zu beschleunigen, in der sich die Politik zurzeit befindet, hat König Felipe die Gespräche, die er mit allen 15 im Parlament vertretenen politischen Gruppen zu führen hatte, auf eine einzige Woche konzentriert. Von Montag, dem 18. bis Freitag dem 23. Januar hatte er für jeden Tag die Vertreter von drei Parteien eingeladen.
Restaurants von deutschen Auswanderern für TV-Sendung gesucht
Die Produktionsfirma Redseven Entertainment sucht für eine neue TV-Sendung von Sternekoch Frank Rosin im Ausland Restaurantbesitzer, die Hilfe benötigen.
Das häufigste Passwort der Welt bleibt 123456
Das US-amerikanische Software-Unternehmen SplashData hat auch in diesem Jahr wieder eine Auflistung der 25 am weitesten verbreiteten und damit unsichersten Passwörter der Welt erstellt.
Rückblick
Nach dem EG-Beitrittsabkommen mit Spanien, das am 1. Januar 1986 in Kraft getreten war, wäre das freie Niederlassungsrecht für Ausländer in Spanien erst sieben Jahre später vollkommen wirksam geworden. Trotzdem konnten wir in unserer Ausgabe vom 24. Januar 1986 bereits positive Nachrichten veröffentlichen. Die lästige Bürokratie in Bezug auf die Beantragung einer Arbeitsgenehmigung war zumindest für Selbstständige nicht mehr erforderlich. Wer eine Firma eröffnen oder als Freiberufler tätig werden wollte, benötigte nur noch die Aufenthaltsgenehmigung – Residencia genannt.
Inlandstourismus im Kommen
Vom 20. bis 24. Januar fand in Madrid zum 36. Mal die internationale Tourismusmesse FITUR statt. Es gab so viele Stände und Besucher – 232.000 – wie nie zuvor, und der Sektor befand sich in Hochstimmung.









