Umweltvergehen an der Playa La Fajana, Landschaftsschutzgebiet Rambla de Castro, Los Realejos


Aus verrosteten Fässern tritt in der Ruine des Wasserwerks beim Strand La Fajana Öl aus. Foto: Privat

Bei einem Spaziergang Ende September/Anfang Oktober letzten Jahres entdeckte ich in den Ruinen des obersten Gebäudes eines verfallenen Wasserwerks am Fuße des Steilhangs zur Playa La Fajana in der Rambla de Castro (Los Realejos) zwei verrostete Fässer in ihrem eigenen, ausgeronnenen (Maschinen-?) Öl.

Das Dach des Gebäudes besteht nur noch zur Hälfte, (Regen-) Wasser kann auch über die ehemaligen Fenster eindringen. Es besteht keine bauliche Barriere mehr, die ein Mitreißen des Öls mit dem Regenwasser oder auch sein Austreten über Kapillarkräfte bei Feuchtigkeit verhindern könnte.

Dieses Öl kann ins Erdreich, den abfließenden, kleinen Süßwasserlauf und somit auch ins angrenzende Meer gelangen. Der Lebensraum dieses Landschaftsschutzgebietes ist dort schutzlos dem Lauf der Dinge ausgesetzt.

Weiters gibt es nicht nur verrottete Maschinenteile, die teilweise bereits bis an den Strand gelangt sind, sondern auch eine Deponie von Bauschutt und Müll einschließlich einer alten Fahrzeugbatterie, unterhalb der Anlage im Freien, vom Müll in den Gebäuderesten ganz zu schweigen.

Ich konnte am Tag meiner Entdeckung am Aussichtspunkt San Pedro, oberhalb der Rambla, mit einem Beamten des Cabildos, Abteilung Medio Ambiente, sprechen, der mir zusicherte, seinen Kollegen vom Nachmittagsturnus hinzuschicken (laut einiger Strandbesucher gehen die Beamten dort üblicherweise nicht hinunter). Seiner Aussage zufolge sei der Privatbesitzer der Anlage bereits angezeigt (mit einer langwierigen Verwaltungsprozedur sei zu rechnen) – von der Anwesenheit der Ölfasser und ihres ausgeflossenen Inhalts war ihm allerdings nichts bekannt.

Da ich am 8. Oktober die Lage unverändert vorfand, erstattete ich am 10.10. eine telefonische Anzeige bei Seprona und schickte meine Fotos per E-Mail, zur Orientierung für die Kollegen aus Puerto de la Cruz, wie der Beamte meinte. Er erklärte mir, dass Seprona keine praktischen Maßnahmen treffen, sondern nur die Anzeige an die zuständigen Behörden weiterleiten könne. Ich habe bis zum heutigen Tag keine weitere Nachricht von Seprona mehr erhalten.

In meinem Ohnmachtsgefühl der Umwelt gegenüber sprach ich inzwischen sowohl mit einer Nachbarin, die bei Antena 3 arbeitet, als auch einer Redakteurin von El Día TV. El Día TV brachte eine Kurznachricht zum Thema am 26.10.2017 und Antena 3 am 3.11. im jeweiligen Fernsehprogramm.

Inzwischen hat der Winter mit den ersten Regenfällen begonnen, und es passiert weiterhin genau NICHTS! Das Öl wurde nicht einmal neutralisiert (wie es z.B. nach jedem Fahrzeugunfall auf der Straße der Fall wäre), um die akute Bedrohung des Lebensraums zu verhindern. Ich hatte noch keine Gelegenheit, mir die Situation nach dem ersten, heftigen Regen wieder anzusehen, aber ruhig geschlafen habe ich währenddessen nicht.

Die vom allgemeinen Besucherstrom der Rambla entfernte Lage des Ortes und/oder administrative Hürden scheinen sein Verhängnis zu sein!

Ich wäre Ihnen unendlich dankbar, wenn Sie mit Hilfe Ihres Mediums dazu beitragen könnten, die Verbreitung und den Meinungsdruck zu erhöhen, sodass sich die verantwortlichen Behörden (endlich) zum Handeln genötigt sehen. Dem einen oder anderen Politiker könnte es vielleicht sogar gefallen, sich „Blumen als Umweltretter“ an seinen Hut zu heften, wenn man ihm dies schmackhaft unterbreitet.

Name des Verfassers ist der Redaktion bekannt

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