Raffinierte Trickdiebstähle


Immer wieder wird man mit außergewöhnlichen Formen des Trickdiebstahls auf Teneriffa konfrontiert. Seit mehr als 20 Jahren besuche ich diese Insel für unterschiedliche Vorhaben und Projekt-Ideen, sei es Männer-Arbeit, sei es, Maßnahmen mit verhaltensauffälligen Kindern und Jugendlichen in Puerto de la Cruz durchzuführen.

Wenn man eine besondere Affinität für eine Stadt hat, beginnt unbewusst auch die eigene Nachlässigkeit für das eigene Hab und Gut. Das Vertrauen ist trügerisch, die Trickdiebe sind geschult und meilenweit mit ihren Erfahrungen voraus. Im Columbus Plaza kann man nicht für eine halbe Minute den Rucksack mit Zubehör allein lassen, weil die Notdurft keinen Spielraum zulässt. Nach dieser kurzen Zeit ist der Rucksack mit komplettem Inhalt verschwunden, auch wenn andere Gäste sich das große Cafehaus teilen. Diese Angelegenheit ist schmerzlich, vor allem dann, wenn außer der Geldbörse auch diverse Aufzeichnungen für ein Buch-Skript verschwunden sind  Die Wut ist riesengroß, fast gar nicht mehr zu beschreiben, wenn man nicht den Rucksack mitnehmen kann, weil die Toiletten zu eng und nicht sauber genug sind. Ein weiterer Zwischenfall ereignete sich auch in einem anderen Cafehaus: auch nur ein kurzer Moment der Ablenkung, und die Trickdiebe stehlen aus der Kamera den Spezial-Filter für eine Extra-Fotoserie. Es sind weitere Gäste im Umfeld, es kann und darf nicht sein, dass man solche Erfahrungen weiterhin machen muss.

Meine Traurigkeit ist gigantisch, vor allem deshalb, wenn man viele Projekte ehrenamtlich durchführt, einen großen Einsatz zeigt, und dann gleich dreimal in der Summe in Puerto de la Cruz geschädigt wird. Ich muss lernen, weniger mitzuführen, mehr als üblich aufzupassen, und das Vorschussvertrauen insgesamt zu relativieren! Auch wenn meine Erinnerungen jetzt eine Woche zurückliegen, wirkt das immer noch nach, als ob es gestern gewesen wäre. Meine Enttäuschung ist groß, vielleicht hilft es anderen, mehr als bisher aufzupassen und auch genauer hinzusehen. Ich würde mir das auch gerne für mich selbst wünschen.

Jürgen-F. Schohr




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